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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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352 Buch III. Drittes Hauptstück.

auch spater geschah. Noch lebhafter sprach sich der Haß derKatholiken und Protestanten gegen einander aus.

Erforschen wir nun die Ursachen welche den dreissig-jährigen Krieg hervorbrachten, so lassen sic sich auf denHaupt-punct zurückbringcn, daß die Katholiken zu viel verloren unddie Protestanten zu wenig gewonnen zu haben glaubten, daßbeide Theile, einerseits noch kräftig und kriegsbereit genugwaren, um einen blutigen Kampf zu wagen, anderseits aberauch durch Uneinigkeit und Schwache den Gegnern Hoffnungzum Siege gaben. Weil nun Kraft und Schwache beider-seits einander ziemlich aufwogen, so schwankte nicht nur an-fänglich die Frage, ob ein allgemeiner Ausbruch erfolgenwürde, sondern später auch das Loos des Kriegs selbst soauffallend wechselnd hin und her. Daher war die Wirkungdes Ganges, den die Häupter des Reichs einschlugen, größer,als er vielleicht sonst gewesen sein mochte.

Als Karl V., voll von der Überzeugung der Eitelkeit1558 alles irdischen Treibens, seine ihm lästig gewordenen Kronennicdcrgelcgt hatte, und Ferdinand I. nun erst sicher vor ihmin Deutschland regierte, so war dieser nun zu alt und zu er-fahren, um durch auffallende Parteilichkeit die Protestantenzu reizen und so seine Herrschaft zu beunruhigen. Er hattegeglaubt, die Evangelischen würden sich begnügen mit derFreiheit, das Abendmahl unter beiderlei Gestalt zu geniesten,und mit vieler Mühe eine Bulle darüber für seine Erblande1564 erwirkt. Diese Bulle wurde auf thätige Vermittlung seinesSohns Maximilian noch in demselben Jahre durch den Bi-schof von Breslau, Kaspar von Logau bekannt gemacht, dochohne die gehoffte Wirkung zu haben, indem dafür erklärtwerden musste, sowohl bei allen Glaubenssätzen der römischenKirche bleiben zu wollen, als auch, daß der Genuß des Abend-mahls unter beiderlei Gestalten nicht nothwendig sei und un-ter einerlei Gestalt ebenfalls genüge'). Den strengen Ka-tholiken war schon zu viel nachgegebcn und sie sahen diejeni-gen, welche Gebrauch von der Erlaubniß machten, als Ketzer

1) Fiebigers Lutherthum Bd. 7tl. S. 35. Bergt. Henselsprotestantische Kirchengeschichte der Gemeinden in Schlesien.