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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Vom Religionskrieg bis zum llOjahr. Krieg. 349

Herzogs immer trauriger, sodaß eine Regentschaft nöthig! wurde. Auf diese machten die Regimentsräthe, die Herzogin,polnische Commissarien und Markgraf Georg Friedrich, Her-zog von Jägerndorf, Anspruch. Diesem gelang es sic vomKönige Stephan von Polen (1577) zu erhalten, und er re-gierte nun das Land unter mancherlei Mißverhältnissen mitden Standen, welche einer Ausdehnung der herzoglichen Ge-walt, welche Georg Friedrich durchzusetzen bemühet war, wi-derstrebten. Hatten die Stande die Oberhand behalten, sowürden sie wahrscheinlich, in der Hoffnung eine Art von Re-publik zu bilden, das Land dennoch an Polen gebracht undOstpreußen das Schicksal Wcstprcuffcns gehabt haben. Diesbegriffen sie größtentheils ganz wohl und lieffcn es dahernicht zum Äusserstcn kommen, waren auch dem KurhauseBrandenburg um so weniger abgeneigt, als sie hofften beider weiten Entfernung desselben ihr Ansehn noch zu erweitern.

> In Schlesien wurde die ^ Regierungsgewalt der Königevon Böhmen durch Ferdinand I. immer fester gestellt undgeordnet. Auch hier war die schwache Seite das fortwäh-rende Geldbedürfniß und die Schwierigkeit demselben abzu-helscn. Ferdinand richtete zur bessern Verwaltung der Fi-nanzen die Kammer ein (1558), war aber fortwährend ge-nöthigt Gelder aufzunehmen und Domainen, ja ganze Für-stenthümer zu verpfänden. Die Stände gewöhnten sich auchhier nach und nach daran bedeutende Summen zu bewilligen.Die einzelnen Fürstenthümer befanden sich in mehr oder wc-! niger glücklicher Lage, je nachdem sie gute oder schlechte Re-genten hatten. Einen auffallenden Gegensatz bildeten hierdie nach dem Tode des Herzogs Friedrich II. getrennten Her-zogthümer Brieg und Llegnitz. Liegnitz wurde fast zu Grundegerichtet durch seine lüdcrlichen, verschwenderischen und ge-waltthätigen Fürsten Friedrich III. und Heinrich XI., wäh-rend Brieg sich unter der väterlichen Herrschaft des vortreff-lichen Georg II. und seiner Nachfolger glücklicher befand alsleicht irgend ein anderes Land.

In allen unseren Ländern war der Protestantismus soentscheidend siegreich, daß an einen Krieg mit den verhältniß-mäßig wenigen noch vorhandenen Katholiken nicht zu denken