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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Übersicht.

versität zu errichten, weil sich hier fortwährend eine bedeutendeAnzahl gelehrter Männer befand. Sehr thätig arbeitete darander um Breslau hochverdiente, gelehrte und aufgeklärte Lan-deshauptmann, Hanns Haunold. Er brachte es wirklich da-hin, daß König Wladislaus (1505) den Stiftungsbrief aus-fcrtigte, in welchem er bezeugt: er folge dem Beispiele KaiserKarls IV., indem er zu Breslau, einer durch herrliche Ge-bäude und Kirchen vor allen Städten Deutschlands ausge-zeichneten Stadt, eine Universität für Theologie, kanonischesRecht, Philosophie, Medicin, Grammatik, Dialektik, Poesie,Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie (die siebenfreien Künste) gründe; die Professoren sollten Kanonikate desvom Herzoge Heinrich IV. gestifteten Collcgiatstists zum hei-ligen Kreuze als Besoldung erhalten, und der König übergabdie Collatur derselben dem Rathe zu Breslau; das von Schle-siern und für sie gestiftete Fraucncollegium in Leipzig solltenach Breslau verlegt und hier besonders auf rechte Lehre inder Religion geachtet werden; damit nicht geschehe, was manin Prag gesehn, deshalb solle der Bischof von Breslau Kanz-ler der Universität sein. Sowohl die Eifersucht der Geistlich-keit, ihr Haß gegen den freisinnigen Haunold, als dessen zufrüher Tod (1506) hinderten zunächst, später Rcligionsstürmcdie Ausführung dieses Entwurfs.

Merkwürdig ist es gewiß und zeugt für das damalsdurch Bildung sehr ausgezeichnete Schlesien, daß hier eineStadt ernstlich daran denken konnte eine Anstalt zu errichten,welche sonst nur Fürsten gründen zu können glaubten. Wirk-lich sehen wir, daß Schlesien in diesen Zeiten eine Menge vonGelehrten und gebildeten Männern, unter ihnen achtbare Ge-schichtschreiber zählte, wozu die frühe Anlegung von Stadt-schulen in Breslau gewiß viel beigetragcn hat. Bald nach derMitte des vierzehnten Jahrhunderts befanden sich hier nichtnur eigentliche Apotheken, sondern selbst Ordnungen zur Be-stimmung des Wirkungskreises der Apotheker, der Wund- undder Kunst-Ärzte nebst Festsetzungen der Preise der Mcdicincnund der ärztlichen Hülfsleistungen'), wahrend Berlin, doch schon

1) Handschriftliche Nachricht des Dietrich von Mclebach, Kanz-lers Kaiser Karls IV., in. Provinzial-Archive zu Breslau.