Der Orden in Preussen 1411 —1466.
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cr verloren hatte. Etwaige Hoffnungen, welche sich Ludwigsvon ErlichShausen Nachfolger, Heinrich Neuß von Plauen,machte, die Angelegenheiten des Ordens wieder herzustcllcn,scheiterten bald und liessen fast nur Wünsche übrig, die spa-ter, wie der Orden sie zu verwirklichen dachte, einen ganz an-dern Erfolg hatten, als beabsichtigt worden war.
Die Wcstprcusscn, welche wohl mochten gehofft habeneine Art von Freistaat in großer Unabhängigkeit von Polenbilden zu können, empfanden zu früh den polnischen Druck,um nicht unzufrieden zu werden. Sie hatten ja eigentlicheinen minder mächtigen Herrn mit einem weit gewaltigemvertauscht. So waren sie durch ihre Führer über das rechteMaß hinausgetricben worden; diese wurden freilich mit Äm-tern und Würden belohnt. Die Menge büßte dafür. KönigKasimir hatte gar zu gern Wcstprcusscn völlig als polnischeProvinz behandelt und seine beschränkten Negierungsrechte er-weitert. Er hob daher auch bald die Statthaltcrwürde überdas Land auf und regierte cs durch die Woiwoden von Kulm,Maricnburg und Pomcrellen. Ein Rath aus dem Adel undden Städten bildete gewissermaßen einen Ausschuß der Ständeoder die Oberstandc; die von der Ritterschaft und den kleinenStädten gewählten Unterstände wurden nur bei den wichtig-sten Angelegenheiten berufen, wenn ihr Vermögen ausserordent-lich in Anspruch genommen werden sollte zu neuen Steuernund Kriegsanstalten. Ohne die Stande durfte kein Krieg be-gonnen, kein Friede geschlossen, keine Steuer erhoben, keinneues Gesetz gegeben werden, Noch war der Freiheitssinnhier zu groß, als daß er so leicht hätte gebrochen werden kön-nen, und Gewalt anzuwenden hinderten den König Kasimiranderweitige Verhältnisse seines Reichs, bis die Polen spaterdennoch ihre Entwürfe ausführten und sich soviele Eingriffein die Landesfreiheitcn erlaubten, daß diese fast ganz vernich-tet wurden.
Wir verlassen Preussen, um unsere Aufmerksamkeit aufunsere westlicher liegenden Provinzen zurückzuwcndcn, zu Er-eignissen, welche besonders für Schlesien von großer Bedeu-tung waren.