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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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l Der Orden in Preussen 1411 1466. 209

einen sanftmüthi'gen, friedliebenden Nachfolger zu wählen; dochsetzte er hinzu:ich habe von Euch und Anderen wenigFreude im Amte gehabt. Mein Rath ist doch umsonst, Je-der thut was ihm gelüstet. Gott kehre den Jammer diesesarmen Landes, welches unsere Vorfahren mit großer Mühe» und Arbeit gewonnen; man sehe zu, daß man cs nicht durch! Übcrmuth aus Gottes Verhängnis; wieder verliere." Es er-folgte was er vvrausgcschn hatte: Ludwig wurde zum Mci- 21 . Märstcr erkoren, unter ihm hofften And.ere zu herrschen, und bald 1450zogen sich die kaum etwas zcrtheiltcn Gewitterwolken wiederenger zusammen.

^ Wahrend sich wenige Städte vom Bunde lossagten, hicl-

! ten die übrigen desto fester an einander. Als die Ständezur Huldigung kamen und Bestätigung des Bundes und Ab-stellung ihrer Beschwerden verlangten, sprach der trotzigeDeutschmeister, Jost von Venningen, von Gewalt gegen wi-dcrspaustige Unterthancn. Der Hochmeister drohete. Der! Bischof von Ermland bedrängte den Bund und wollte vorkeinem andern Richter als dem Papste stehn, der fern war;die Ritter reizten auf jede Weise. Mit allgemeinen Zusagenwaren die Stände nicht zufrieden. Hans von Ziegenberg,der Bannersührer des Landes Kulm, trat hervor und bat umErledigung der Beschwerungen des Landes gegen dessen Privi-legien, und der Hochmeister möge Beschirmer des Landes sein,damit die Sachen nicht auswärts (an den Papst) gingen;denn wir wollen, setzte er hinzu, Geld und Gut daran setzenund sollte cs viel kosten; und sich an die Abgeordneten desLandes wendend fragte er: habt Ihr mich das reden heissen?

Alle sprachen: ja, ja, ja! Doch der Meister wollte sich jetztnicht auf Beschwerden einlassen; zur Huldigung waren sie da.

Sie huldigten und sprachen:wenn Ihr nicht des BischofsRichter sein könnt, so mögt Ihr auch nicht unser Schirm-herr sein. Wir wollen mit ihm thun was nöthig ist, undsollte cs uns die Hälse kosten." Darauf nahmen sie Söld-ner an.

Die Spannung stieg noch, als der Meister durch Ver-. Mittelung des Kaisers und eines päpstlichen Legaten, einessehr stolzen Mannes, den Bund vernichten wollte. Vor den 1451Stenzei Gesch. d. Preussisch. Staats I. 14