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Buch II. Achtes Hauptstück.
nicht, was man zuerst entscheiden sollte, die Unthaten desOrdens kamen an den offenen Tag. Das Blut des gemor-deten Bürgermeisters Lctzkau und der Rathsherren von Dan-zig fodcrte Rache. Die Ritter hörten mit Ingrimm dieKlagen, erhoben sich plötzlich im lauten Tumulte, störten durchgroßes Geschrei und Pochen die Sitzung und schieden mitder Drohung: „Ihr, Land und Städte,, sollt hinsort denTag nicht erleben, daß ihr über eure Herren richten sollt."
So löste sich dieser Versuch zu einer Vermittelung auf.Die Mehrzahl im Orden war gegen den Bund, an welchensich doch jetzt die drei Convente anschlofscn, die sich gegenden Meister empört hatten.
Der Meister konnte dem Sturme nicht widerstehen, derJanuar von allen Seiten über ihn hcreinbrach; er dankte ab und starb1441 nachher. Nun wurde Konrad von Erlichshausen zum1441 Hochmeister gewählt. Dieser war seiner Zeit gewachsen, nach-giebig genug, um nicht schwach, kräftig und fest, ohne störrigund aufreizend zu erscheinen. Überall bemühete er sich zuvermitteln, die Einigkeit zwischen dem Orden und dem Landehcrzustcllen und den äußern Frieden zu erhalten. Der Bundaber bestand fort, und mit Gewalt war Nichts gegen ihn aus-zurichten. Der Hochmeister suchte die Gemüther zu beruhi-gen, um Zeit zu gewinnen, dann überall wachsam auf Ver-besserung der Verwaltung für Abstellung von Misbräuchenzu sorgen und so den Gegnern Veranlassung und Vorwandzu Beschwerden zu rauben, sie durch Schutz des gemeinenMannes gegen den Übermuth der Reichen und Mächtigen zuschwächen und dann ihren Bund aufzulöscn; Alles gelangdem sehr klugen Manne, nur dieses Letzte nicht. Das Mis-trauen gegen die Ritter war zu fest gewurzelt. Bei diesenwar, wie die Verordnungen Konrads bezeugen, Ungehorsamgegen Obere, Gewaltthätigkeit gegen Unterthanen, Schlemmen,Üppigkeit, Spiel und Lüderlichkcit zu tief cingerisscn. DerVerfall wurde durch die Weisheit des Hochmeisters aufgehal-tcn, aber gründliche Heilung war unmöglich. Vergeblich ricth7. Nov.dcr sterbende Meister den Gebictigern, die an seinem Siech-144!) bxttc standen, nach seinem Tode nicht seinen schwachen, rath-losen Vetter Ludwig, sondern den Wilhelm von Eppingcn,