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Much II. Achtes Hauptstück.
1432 Der Hochmeister verlangte nun bei dem Landrathe eineKricgsstcuer von Land und Städten, doch allgemein war dieUnzufriedenheit über den Krieg. Endlich bewilligte der Land-rath tausend Spiesse (etwa 4 bis 5000 Mann) zu unterhalten,wenn der Orden doppelt soviel versorgen würde. Im Kul-mer Lande gahrte cs schon gegen den Orden. Jetzt ersuchte derHochmeister den großen Landrath zur Berathung der dringen-den Landes-Angelegenheiten einen geheimen Rath errichten zulassen, der sollte aus den bedeutendsten Männern des Land-Adels und der Städte bestehen, täglich im Ordcnshause zurSeite des Hochmeisters sitzen und, wenn es nöthig sein würde,des Landes Wohlfahrt berathen. Der Adel ging darauf ein,die Städte weigerten sich Antheil zu nehmen, sie wollten kei-nen Krieg. Durch die Neumark bis an das linke Weichsel-
1433 Ufer drangen, verbunden mit den Polen, die Hussiten vor.Herzog BogislavIX. von Pommern-Wolgast, damals im Banne,weil er das Bisthum Kamin beeinträchtigt hatte, zog mit ihnen.Biele Klöster, Dörfer und Städte gingen in Flammen auf,schreckliche Grausamkeiten wurden an Einwohnern und Gefan-genen verübt, doch wehrten sich die danziger Bürger tapfer,schlugen alle Stürme hcldcnmüthig ab. Der Krieg in Lit-thaucn beschäftigte die Polen. König Wladislaus war alt,
1434 suchte Ruhe, schloß einen Waffenstillstand mit dem Orden 1434,und nach seinem Tode sein gleichnamiger Sohn und Nachfol-
.Decbr. gcr den ewigen Frieden zu Brzcscie. Der Orden entsagte dem
1436 Bunde mit Swidrigal, erkannte Sigismund als Großfürstenvon Litthauen an, und was im Frieden am See Mclno denPolen überlassen war, wurde bestätigt, also auch dieser Kriegohne Nutzen geführt, ohne Gewinn und Ehre geendet. Ver-geblich war der Kaiser Sigismund gegen den Frieden, ausFurcht, Polen werde nun die Hussiten unterstützen; derDeutschmeister tobte, allein Beide konnten dem Orden keineMittel zur Fortsetzung des Krieges geben, und „ohne Friedenwäre Alles verloren worden," erwiederte ihnen der Hochmci-
1437 sicr aus ihre Vorwürfe. Bald darauf starb der Kaiser, wel-cher immer nur ein sehr zweideutiger Freund des Ordens ge-wesen war, der sich nun öffentlich spaltete.
Der Deutschmeister, Eberhard von Sansheim, welcher