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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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193
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Brandenburg unter Kurfürst Friedrich II. 193

Das Haupt-Ereigniß, welches in seinen Folgen auf ma-sere Staaten wichtigen Einfluß hatte, war der Tod des römi-schen Königs Albrecht von .Österreich, wodurch die Kronen von 1439Ungarn und Böhmen erledigt wurden. Die Vormundschaftüber seinen nachgeborcnen Sohn Ladislaus übernahm dessenVetter, Herzog Friedrich von Steiermark, den die deutschenFürsten zum römischen Könige wählten; ein schwacher, träger, 1440unentschlossener Fürst, immer ein Spielball der Ereignisse, de-nen er weder mit Kraft Widerstand zu 'leisten noch mit Würdenachzugcben verstand und ihnen allein Trägheit entgegensetzte,um ihren schnellen Gang auszuhalten. Nicht weniger schade-ten ihm Geiz und Habsucht. Es kam beim Krünungsmahlein Aachen zu Schlägereien zwischen seinen und des KurfürstenDienern, als diese die silbernen Schüsseln und Gefäße derTafel, wie cs herkömmlich war, für sich nahmen, was jenenickt zugcben wollten, bis der erschrockene Kaiser, der dasnicht gewusst hatte, diese Gegenstände auslöste. Er hätte gernganz Österreich besessen und kam darüber in vielfachen, heftigenZwist mit seinem Bruder Albrecht und mit dem jungen La-dislaus, dem er auch gern sein väterliches Erbtheil in Österreichgenommen hätte. Die Ungarn wählten den König von Polen,Wladislaus, zu ihrem Könige. Die Hussiten in Böhmen wa-ren bereits dem Albrecht abgeneigt und wollten auch dessenSohn Ladislaus nicht, für den die Katholiken stimmten. Ver-geblich boten sie die Krone mehreren benachbarten Fürsten an,bis sich endlich die Häupter beider Parteien vereinigten undden Ladislaus zum Könige annahmcn, während sie selbst alsVerweser regierten. Bald bemächtigte sich der Hussi't Georg 1449von Podiebrad fast aller Macht; ein sehr schlauer, kühner undehrgeiziger Mann, der, zugleich einsichtsvoll und redlich, nurdas Beste des Landes suchte und obgleich selbst für die Hus-siten gestimmt, doch seiner mächtig genug war um schonendgegen die Katholiken zu verfahren. Er unterdrückte mit Ge-walt seine Gegner und herrschte im Namen des unmündigenLadislaus über Böhmen fast wie ein König.

Unterdessen war das Land in große Verwirrung gerathen,besonders Schlesien, welches sich, vorzüglich die Stadt Breslau,für Ladislaus erklärt hatte und dadurch in Krieg mit WladislausStenzel Gcsch. d. Prcussisch. Staats. I. 13