190 Buch II. Siebentes Hauptstück.
zu Tangcrmünde bekannt gemacht, daß sein zweiter und vier-ter Sohn, beide Friedrich genannt, ihm in den Marken fol-gen sollten, sodaß der altere Friedrich die Kurwürde, und ineiner sechszehn Jahre nach des Vaters Tode vorzunchmendcnLheilung die Mittclmark, das Uckerland und Stcrnbcrg, derjüngere Friedrich die Altmark und Pricgnitz erhielte. Diesesrichtete er hauptsächlich darum ein, weil Friedrich II. noch An-wartschaft auf die polnische Krone hatte, wenn etwa die Söhnedes Königs Wladislaus ohne Erben sterben sollten. Des Kur-fürsten ältester Sohn, Johann, und der dritte, Albrecht, er-hielten jeder die Hälfte der fränkischen Lande, und erst nachdem Ausstcrbcn beider Linien derselben sollten die märkischen,und umgekehrt, nach dem Abgänge beider märkischen, die frän-kischen Linien als Erben eintreten. Nachdem er seinem SohneFriedrich dem Älteren die Negierung der Mark als Statthal-l 2 .Sept.ter übertragen hatte, starb er zu Kadolzburg in Franken, wo-1440 hin er sich in Ruhe zurückgezogen hatte.
Friedrichs I. ganzes Leben beweist, wie viel ein klugerFürst mit verhältnißmäßig nicht zu großen Mitteln durch be-sonnenes und festes Streben nach einem bestimmten Ziele hin,mit Benützung der sich darbictenden Umstände, ohne ein ge-wisses Maaß zu überschreiten, leisten kann. Er hinterstest sei-nen Nachkommen ein Beispiel, welches oft festgehalten zursichern Gründung und weitern Ausdehnung der brandenburgi-schcn Macht führte.
Nicht unwürdig ihres Vaters waren dessen vier Söhne,doch nur zwei griffen in das Leben der Zeit kräftig ein, Kur-'sürst Friedrich II. und Albrecht Achilles. Dieser allein pflanzteden Stamm fort; er ist der zweite Stammvater derHohenzol-lern in Brandenburg. Beide Brüder dachten rastlos an Be-hauptung und Vermehrung ihrer Macht; beide waren kriege-risch und klug, doch war bei Albrecht der stürmische Muth, beiFriedrich die ruhige Besonnenheit überwiegend. Gleich bei derHuldigung drückten die Marker dem Kurfürsten ihren Wunschnach einer Vereinigung aller durch die väterliche Theilung ge-trennten Länder aus und zeigten dadurch, wie hoch sie das.Ansehn empfanden, in welchem Kurfürst Friedrich I. durch seinegroße Hausmacht gestanden hatte und welches jetzt zu fallen