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Buch H. Siebentes Hauptstück.
Pfandes-Summe abzutreten. Deshalb näherte sich Friedrichdem Könige Wladislaus, schloß mit diesem und dem Groß-
1421 fürsten Witold von Litthauen nicht allein ein Bündniß gegenden Orden, sondern auch mit dem Könige einen besonder!,Vertrag, vermöge dessen Friedrichs Sohn, der nachherige Kur-fürst Friedrich II., des Königs damals einzige Tochter und Er-bin, Hedwig, heirathen und, im Falle Wladislaus ohne männ-liche Nachkommen stürbe, den Thron Polens und Litthauenserhalten sollte. Der achtjährige Friedrich wurde sogleich nachKrakau gebracht, um Sprache und Sitten derjenigen kennenzu lernen, die zu beherrschen er damals bestimmt schien. Zwarverschwand diese Hoffnung, als König Wladislaus in seinerdritten Ehe zwei Söhne erhielt, dennoch blieb für FriedrichsSohn einige Aussicht, da der Vertrag als dauernd angesehenwurde, im Falle die Söhne des Königs ohne männliche Nach-kommen sterben sollten.
Wenn besonders schon diese Vereinigung den Kurfürstenvom römischen Könige etwas entfernte, so geschah dies auchnoch durch Sigismunds Verfahren bei Erledigung der sächsi-Novbr. schen Kurwürde. Als mit Albrecht lll. die Kur-Linie des an-
1422 haitischen Hauses in Sachsen erlosch, so nahm Kurfürst Fried-rich von Brandenburg sogleich Besitz von dem Lande und des-sen Hauptorte Wittenberg, theils weil sein Sohn Johann mitder einzigen Tochter Albrechts vermahlt und wegen deren Mit-gabe auf Sachsen versichert worden war, theils weil ihm derBischof von Brandenburg vorstellte, diese erledigten Landerhatten ehemals zur Mark Brandenburg gehört, wie unter an-dern auch die Ausdehnung des brandenburger Bisthums-Spren-gcls über dieselben bezeuge, was auch ganz richtig war, docheigentlich Nichts bewies. Der Kaiser, der unserm Friedrichnicht zwei Kurhüte lassen wollte und Sachsen als ein dem
Januar Reiche hcimgefallcnes Lehn ansah, verlieh dasselbe dem Mark»
1423 grasen von Meissen und Landgrafen von Thüringen, Friedrichdem Streitbaren, dessen er im Kriege gegen die Hussitenbedurfte und der sich große Verdienste um ihn erworben hatte,und erlaubte ihm nöthigenfalls mit Waffengewalt die Bran-denburger zu vertreiben. Kurfürst Friedrich von Brandenburgwar zu klug, es so weit kommen zu lassen, und begab sich