Krieg des Ordens gegen Polen.
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geistliche und weltliche, hohe und niedere Unterthancn des Or-dens schworen ihm Treue und Gehorsam; in einem Monatewar säst das ganze Land dem Könige unterthan und standihm bei im Kampfe. Es ward nie mehr gehört in keinemLande von so großer Untreue und schnellem Wechsel, sagt einChronist des Ordens. Vor allen war Danzig für Polen, maßtesich der Güter des Ordens und griff dessen Ritter und Knechtean, beraubte und übte viele Gcwaltthatigkeiten gegen, sie.
Da ward offenbar, daß der Orden nicht mit dem Landezusammengehaltcn hatte, sonst waren ihm die Unterthancn treugewesen. Wehe den Fürsten und den Landern, welche sichganz auf Söldner verlassen, mit denen sie stehen und fallenmüssen, wenn die Bewohner nicht selbst kriegsbereit, von Liebezu ihrer Herrschaft beseelt und sie zu verthcidigen willig sind.So kommt cs denn, daß ein Tag das Schicksal von Reichenentscheidet, wie bei Ppdna und Zama und öfter in spaterenZeiten, deren Erinnerung wir jetzt nicht mit dem Schmerzeerneuern wollen.
Ein Mann hielt noch die Sache seiner Brüderschaft. Hein-rich von Plauen, der Komthur von Schwetz, der vom Hochmei-ster zur Deckung Pomercllcns abgcordnet worden war. Kaumhörte er von dem Ausgange der Schlacht, als er eine kleineSchaar zusammcnraffte und glücklich noch vor der Ankunftdes Königs in der Maricnburg eintraf. Sie war der Schlüsselder ganzen Ordens-Macht, mit ihrem Verluste war der Un-tergang seiner Herrschaft gewiß. Rastlos sorgte er, zum Statt-halter von den noch übrigen Rittern ernannt, für Alles waszur Rettung und Vcrtheidigung der Burg dienen konnte. DieStadt brannte er ab, zog an sich von den Trümmern des ge-schlagenen Heeres was er vermochte, wozu ihm die Langsam-keit des Königs Zeit ließ. Als dieser vor der Burg erschien,schlug Heinrich von Plauen alle Angriffe der Polen tapfer abund leistete muthig jeden Widerstand. Dennoch konnte er nichthoffen das ganze Land zu retten. Er bot dem Könige für denFrieden das Kulmerland, Michelau und Pomercllen. Dieserwollte ganz Preussen und Übergabe der Burg. Das war zuviel. „Gott und die heilige Jungfrau wird uns helfen," sprachHeinrich, „ich werde nicht aus der Burg weichen!"