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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Die Litthauer und der Orden.

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loncn, dehnten sie ihre Eroberungen immer weiter aus. Ob-gleich Witens Nachfolger, Gedimin, das Reich unter seinesieben Sohne vcrtheilte, so behaupteten sich diese unter dem 1320! tapfern Großfürsten Olgcrd und dem verschlagenen Kinstud^ dennoch in ihren zahlreichen Kämpfen. Podolicn, Rußlandbis Mosaisk siel in ihre Hände, und Olgerd stieß seine Lanzein das Thor des Palastes des Zaaren Demetrius in Moskau,des ersten russischen Fürsten, der das Joch der Tartaren wie-der abgeschüttelt hatte. Bon der Düna bis zum Dniestr, vom> Riemen und dem polnischen Bug bis zu den Quellen des! Dnicpr und Donetz reichte die Herrschaft der Litthauer, weitausgedehnter als die der Polen. Unzählige Gefechte und blu-tige Schlachten schlug in dem Zeiträume von fünf und achtzigJahren der Orden mit ihnen. Biele Krcuzhccre, auch derblinde König Johann von Böhmen, zogen noch im vierzehn-ten Jahrhunderte gegen diese wilden Horden. Die Ritter ver-galten den Litthaucrn ihre Verheerungen schrecklich. Im Jahre1328 wurden 70,000 Gefangene nach Preußen in die Knecht-schaft geschleppt und mussten an den Festungs-Werken der Städteund Burgen des Ordens arbeiten. Biele Tausende bedecktendie Schlachtfelder, besonders bei Rudau, auf welchem der ta-1370pfere Ordcns-Marschall, Henning Schindekopf, mit sechs undzwanzig Komthurcn und zweihundert Rittern siegreich siel. DieMacht Litthauens wurde dennoch nie gebrochen.

^ Die Zahl der allein aus den Ordcnshccren erschlagenen

j und aus dessen Ländern von den Litthaucrn wcggcführtcn Men-schen betrug in dem Zeiträume von fünf und achtzig Jahrenüber 250,000 Köpfe. Rechnet man die Zahl der erschlagenenund gefangenen Litthauer eben so hoch, so wurden in diesemKriege über eine halbe Million Menschen aufgcopfert, und schwer-lich wird sich darthun lassen, daß der Geist, selbst des damaligenChristcnthums, daß nicht vielmehr die Eroberungs-Begierdeund die Herrschsucht des Ordens es war, welche diese Kriegeimmer von neuem entzündete. Die Bekehrung der Heidenwar hier, wie bei den Kriegen der Deutschen gegen die Sla-ven, fast nur ein frommer Vorwand, der das gemeine Volktäuschte. Gewiß wären auch die Litthauer früher Christen ge-worden, wenn sie nicht hätten für den neuen Glauben ihre