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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Innerer Verfall des Ordens.

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ein Kreislauf in allen Entwickelungen der Geschichte des Men-schen zu sein; allein es sind Schlangenwindungen, welche dementfernten Auge ineinander zu laufen scheinen, wahrend sie sichwirklich immer weiter von ihrem Ausgangspuncte entfernen.

Nicht geradehin, auf der kürzesten Linie, bewegt sich derMensch zum Ziele, sondern wie Massen, welche durch mehr-fache Kräfte ungleichmäßig nach verschiedenen Richtungen ge-trieben werden, durch eine gewundene Linie. Daher die Lang-samkeit der Gcsammtentwickelung, welche oft Jahrhundertehindurch still zu stehen oder sich nur unmerklich fortzubewe-gen scheint und dennoch fortschreitet.

Es war auch ganz natürlich, daß eine Gesellschaft vonRittern, die im gelobten Lande gegen die Sarazenen fochtund etwa zerstreute Güter in verschiedenen Ländern geschenkterhalten hatte, um nur nothwendige Bedürfnisse befriedigen zukönnen, ganz anders stand als der reiche und mächtige deut-sche Orden, der ausser zahlreichen Gütern vorzüglich in Deutsch-land nun auch Livland, Kurland, Preusscn und Pomcrellen,vom Pcipussce bis zur Leba, 150 Meilen Küstenland derOstsee beherrschte. Der Hochmeister war ein mächtiger Fürst,die Ritter Herren, die Länder durch das Schwerdt gewonnenworden. Jetzt sollten sie regiert werden. Dazu war derOrden weder gegründet noch eingerichtet. Wenn das auchim Mittelalter weniger ausmachte als in der neuern Zeit, sobekam doch der Orden zugleich eine ganz andere Richtungals früher. Die reichen Einkünfte boten den Meistern wieden Gebietigern und endlich den Rittern Mittel zu Genüssen,welche sie früher nicht hatten befriedigen können. Als daher derHochmeister Gottfried von Hohenlohe, der statt Venedig Mar-burg zu seinem Sitze gewählt hatte, nach Preusscn kam, um 1302die Klagen über das Sittenverdcrbniß der Ritter und überden Verfall der Zucht in den Conventen zu untersuchen, undcs schien als wolle er selbst seinen Sitz in Preusscn aufschla-gcn, so regten sich hier Neid und Herrschsucht des Landmci-sters und der Gcbietigcr, welche natürlich bei der Anwesenheitdes Hochmeisters an ihrer Macht viel verloren. Er fand,als er Mißbräuche abschaffcn und die Zucht bessern wollte,im Ordcnscapitel solchen Widerstand, daß er den Rittern zornig