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Buch H. Drittes Hauptstück.
ältesten Sohn Wenzel noch ermahnt hatte gerecht zu regie-ren, um von den Untcrthancn geliebt, von den Großen geach-tet, von den Nachbaren gefürchtet zu sein. Dieser wies gleichnach dem Tode des Vaters die Untcrthancn der Marken undder Lausitzen an seine jünger» Brüder, behielt sich jedoch nachderen unbeerbtem Abgänge den Anfall dieser Länder an Böh-men vor.
König Wenzel war, obgleich nicht ohne natürlichen Ver-stand, doch ein Mensch, der nur den Eingebungen seiner Laune,oder wenn er gereizt war, seiner Wuth folgte, ohne höhereEmpfindung, gemein, niedrig in Befriedigung seiner Begier-den, der Wollust und des Trunks, daher oft grausam; Her-zog Johann wo möglich noch gemeiner als Wenzel. Gebil-deter war Sigismund. Geistreich und beredt behauptete erdurchweg in seinem äussern Benehmen eine würdigere Haltungals seine Brüder. Auch er jagt seinen sinnlichen Genüssen nach,doch mit verfeinertem Geschmacke. Er will doch noch Etwasausser den Weibern und dem Weine, den er auch nur mäßigtrank. Er möchte herrschen und vor allen Dingen glänzen,sich wohl gar unsterblich machen, aber cs mangelt ihm einefeste sittliche Richtung. Er war zehn Jahre alt, als er inden Marken die Huldigung einnahm und die Privilegien desLandes wie gewöhnlich bestätigte. Mit Maria, der ältesten Toch-ter Ludwigs des Großen Königs von Ungarn und Polen, ver-lobt, sollte er die Nachfolge in den Ländern seines Schwieger-vaters überkommen, hielt sich größtenteils bei diesem in Ungarnauf und war selten in der Mark. Diese wurde durch Statt-halter regiert, die wenig besorgt waren für das Wohl desLandes, welches nun wieder an den Grenzen von den benach-barten Fürsten, im Innern durch den raublustigen Adel beun-ruhigt wurde.
Ludwig von Ungarn hatte Polen nach dem Abgänge desplastischen Stamms, als Schwestersohn Kasimirs III., ver-möge früherer Verträge erhalten; aber welch' ein Abstand zwi-schen der Regierung Kasimirs und Ludwigs in Polen!
Dieser Kasimir, der beste Fürst den Polen je gehabt,war seinem Vater Wladislaus Loktick gefolgt und statte dasReich in ziemlicher Verwirrung gefunden. Mit dem deutschen