Druckschrift 
1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Drittes Hauptstück.

Thcilung der Staaten Karls IV. Polen. Des deut-schen Ordens goldene Zeit und innerer Verfall.

33ie di« Verhältnisse unserer Länder bis gegen das Endedes vierzehnten Jahrhunderts, wie sic eben beschrieben wordensind, sich aus der Wicderaufrichtung des polnischen Thronsund noch mehr aus dem Verbreiten der luxemburgischen Machtvon Böhmen über Schlesien, die Lausitz und Brandenburgentwickelten: so wurden sie seitdem bis zur Mitte des fünf-zehnten Jahrhunderts durch den Fall dieses Hauses und dieVerstärkung Polens in dessen Vereinigung mit Litthaucn be-stimmt. Hierdurch geschah, daß westlich das tiefgesunkcneAnschn der brandcnburgischcn Herrschaft in der festen Handder Hohenzollern sich wieder hob, während östlich der inner-lich vom Wurme zerfressene Orden dem Andrange Litthaucnsund Polens erlag, und seitdem vergeblich bemühet war sichwieder aufzurichtcn. Dazwischen zichn sich nach und nach im- 'mer deutlicher und lebhafter religiöse Interessen hin, welchezuletzt jenen allgemeinen Ausbruch herbeiführten, der im scchs-zehnten Jahrhunderte der Mittelpunkt alles politischen undreligiösen Lebens wurde.

Als Kaiser Karl nach einem thatenreichen und nützlichenLeben das Ende seiner Tage herannahen sah, mochte er viel-leicht cinschn, daß keiner seiner Söhne sich zur Regierung al-ler seiner Erbstaaten eigene, oder er fürchtete den Unwillender deutschen Fürsten, wenn zwei Kurstimmen von Böhmenund Brandenburg Einem gehörten, oder endlich herrschtedie herkömmliche Theilung der Länder und Vaterliebe vor:genug er bestimmte, daß König Wenzel Böhmen und Schic-1377sien, Sigismund die Mark Brandenburg, Johann die Lausi'tzenund die Neumark erhalten sollte. Er ließ jedem seiner Söhnein den für ihn bestimmten Ländern huldigen, errichtete nochLandfriedcnsbündnisse mit dem Bischöfe von Halberstadt und^ ^den Herzogen von Pommern und starb, nachdem er seinenStenzcl Gcsch. d. Prcussisch. Staats I. o