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Buch H. Zweites Hauptstück.
ein Jahrgehalt, Friedrich, sein Neffe, bekam dreissigtauscndGoldgulden und entsagte nebst seinem Vater allen Ansprüchen.Nun ritt der Kaiser mit seinem Sohne durch die Marken,nahm überall die Huldigung ein und bestätigte Aller Rechteund Freiheiten. Otto lebte, mit dem Titel Kurfürst, zurück-gezogen auf dcni Jagdschlösse Wolfstein bei Landshut, miteiner schonen Müllerin der Nachbarschaft, und starb, zwei unddreissig Jahre alt, in Dürftigkeit.
Die Geschichte der Söhne Ludwigs des Baiern zeigt,wie Familien sinken, wenn sie uneinig sind, denn es fehltnie an solchen, welche das zu benutzen wissen.
So hatte nun Karl erreicht, wonach er so lange gestrebt:er hatte die Größe seines Hauses, wie es schien, für langeZeit gegründet und mehr im Frieden als im Kriege, mehrdurch List als Gewalt seine Gegner so befriedigt oder ge-schwächt, daß sich keiner weiter erhob.
Wenn sich ein jugendlich lebendiges Gefühl von dem li-stigen Alten abwcndet, der durch Klugheit seine Feinde trenntund besiegt, und nach und nach größtcntheils durch Unter-handlungen die Oberpfalz, das schöne Schlesien, die Lausitzenund Marken für sein Haus erwirbt; wenn wir mit einigemArgwohn aus die Mittel blicken, durch welche er die MachtBöhmens, die unbestreitbar größte im römischen Reiche, grün-det: so muß doch selbst sein Feind ihm die Gerechtigkeit wi-derfahren lassen, daß er ein wahrer Vater und Wohlthäterseiner Untcrthanen war. Es ist von weit geringerer Bedeu-tung für die Völker, durch welche Mittel die Herrschaft er-worben als wie sie verwaltet wird. Um den Werth derMenschen richtig zu würdigen, müssen wir sie in dem ihnenvon ihrer Natur angewiesenen Kreise betrachten, und hier er-wirbt und verdient Karl unsere Achtung.
Nachdem er den Städten und dem Adel ihre Privilegienbestätigt und vermehrt und für sich und seinen Sohn die Hul-29. Juni digung eingenommen hatte, vereinigte er in einer feierlichen1374 Versammlung vieler geistlicher und weltlicher Fürsten zu Tan-germünde die Mark Brandenburg mit Böhmen, daß sie im-mer dem Könige von Böhmen gehören und nie von diesemReiche getrennt werden sollte; zugleich verzichtete er auf Er-