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Buch II. Zweites Hauptstück.
mochte die über ihren Bruder aufgebrachten Markgrafen von
1363 Brandenburg mit ihm eine Erbverbrüdcrung zu schliessen, ver-möge deren, nach dem Abgänge der männlichen Nachkommender Markgrafen, Brandenburg an das Haus Luxemburg fallensollte. Sein ältester Sohn Wenzel nahm auch sogleich dieHuldigung für den bestimmten Fall und Titel und Wappenvon Brandenburg an. Die Hoffnung Brandenburg zu er-ben war für ihn groß genug. Ludwig der Römer starb
1364 bald ohne Kinder, Otto war lüderlich und verwahrlost. Karl
1363 hatte ihm bereits seine fünfjährige Tochter Elisabeth mit ei-nem ungewöhnlich großen Brautschatze verlobt, und des Kai-sers Arglist trieb mit dem schwachen Fürsten freies Spiel,denn die Heirath musste noch sieben Jahre verschoben werden.Allein bereits drei Jahre darauf ließ sich Otto bewegen dieältere Schwester seiner Braut, Katharina, Wittwe HerzogRudolfs von Österreich, zu heirathen, welche in ihrer ersten zwölf-jährigen Ehe kinderlos geblieben war, also weniger Nachkom-men hoffen ließ als Elisabeth. Otto, der bei seiner ÜbelnWirthschast immer des Geldes bedürftig war, hatte bereitsfrüher dem Kaiser gestattet die an den Markgrafen von Meis-sen verpfändete Niedcr-Lausitz einzulöscn; nun verkaufte er die-
1368 ses Land völlig an seinen Schwiegervater, an den er auch schon(1366) die Städte der Altmark gewiesen hatte, bei dem ersich öfters aufhielt und der die Städte der Mark durch Be-stätigung ihrer Privilegien zu gewinnen suchte. So war cskaum zweifelhaft, daß auch Brandenburg die Macht der Lu-xemburger verstärken würde. Dies weckte die Eifersucht Kö-nig Ludwigs von Ungarn und noch mehr des baierischenHauses, welches nun seine Uneinigkeit auch mit dem Verlusteder Marken bezahlen sollte. Beide verbanden sich, auch Pfalz-graf Ruprecht trat zu. Es mag sein, daß in dem Markgra-fen Otto noch ein Funke edler Gesinnung erglomm, als eran die Dcmüthigung seines Hauses dachte und was diesemnoch bevorstand. Er suchte es abzuwenden. Eben war dertapfere und gefürchtete Herzog Barnim III. von Stettin ge-storben. Gegen seine drei Söhne erhob Markgraf Otto ci-
1369 ncn unglücklichen Krieg über die Uckermark, vielleicht nur umseine Rüstungen gegen den Kaiser zu verdecken. Aus weitem