Das Haus Luxemburg.
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Burgunds und Italiens; hierauf reiten die drei übrigen welt-lichen Kurfürsten herzu, der Markgraf von Brandenburg, alsErzkämmercr, mit zwei silbernen Becken voll Wassers undeinem schönen Handtuche, überreicht Beides dem Könige zumWaschen und Abtrocknen der Hände; der Pfalzgraf bei Rhein,als Erztruchseß, tragt vier silberne Schüsseln mit Speisen undsetzt sie auf den königlichen Tisch; der König von Böhmen,der Erzschenk, bietet dem Könige einen silbernen Becher vollWeins mit Wasser gemischt. Bei den feierlichen Zügen trugder Kurfürst von Sachsen das Reichs-Schwerdt, der Psalz-graf bei Rhein den Reichs-Apfel und der Kurfürst von Bran-denburg das Reichs-Sceptcr. Dergleichen Dienst, wie ihndie Kurfürsten dem Könige und Kaiser leisteten, war alther-kömmlicher Gebrauch der Hofdienstlcute großer Herren. Erwurde schon sehr früh am kaiserlichen Hofe von erblichenStellvertretern als Reichs - Unterbeamteten verrichtet. DasMittelalter liebte äußerliches Gepränge und bewegte sich beiallen öffentlichen Feierlichkeiten in einer großen Menge sym-bolischer Formen, welche jedoch nach und nach alle Bedeutungverloren und später nur noch durch ihr Alter ehrwürdig er-schienen.
Obgleich Kaiser Karl äufferlich mit dem baierischen Hauseversöhnt war, so blieb doch gegenseitig ein oft nur übelver-haltencr Groll, und Karl wendete alle ihm zu Gebote stehendeMittel an, Baicrn zu schwächen. Hierin wurde er nur zusehr durch den leidigen Bruderzwist unterstützt, der unter denSöhnen Kaiser Ludwigs herrschte. Durch eine besondere Ur-kunde verlieh Karl die Kurwürde ausschliesslich der pfälzischen 1356Linie, während diese den Hausverträgen gemäß mit der baieri-! schen abwechseln sollte. Selbst Markgraf Ludwig der Römervon Brandenburg, dem seine Brüder während der Kriege inder Mark keinen Beistand geleistet hatten, gab seine Zustim-mung zu dem seinem Hause so nachtheiligen Beschlüsse. AlsHerzog Ludwig von Ober-Baiern starb, bemächtigte sich 1361Herzog Stephan von Nieder - Baicrn des Landes, welchesrechtmäßig den jüngeren Brüdern, den Markgrafen Ludwigund Otto von Brandenburg, gehörte, und gerieth über Tyrolin Krieg mit Österreich. Dies benutzte Kaiser Karl: er ver-