112 Buch !L Zweites Hauptstück.
Hunderts die Herzogthümcr Tcschen, Auschwitz, Kosel und Beu-ten, Oppeln und Ratibor, bald darauf Strehlitz, Falkcnbergund Tost; das Fürstcnthum Neisse gehörte dem BisthumeBreslau. Wahrend die Markgrafen von Brandenburg und dieErzbischöfe von Magdeburg das Land Lebus Wegnahmen, zer-fiel Nieder - Schlesien in die Herzogthümcr Breslau, Liegnitzund Glogau, aus welchen im vierzehnten Jahrhunderte nichtweniger als zehn Herzogthümcr entstanden, nämlich ausser dengenannten noch Schweidnitz, Münsterbcrg, Iaucr, Brieg, Öls,Steinau und Sagau, sodaß in dieser Zeit Schlesien aus acht-zehn Hcrzogthümcrn bestand.
Waren die Fürsten schon ohnmächtig durch ihre Teilun-gen, so wurden sie es noch mehr durch ihre inneren Zwistig-keiten. Welch ein Schauspiel bieten nicht diese Plasten! Dertapfere Herzog Bolcslaus I!l. von Polen theilte, wie wir obengesehen haben, sein Reich, als er starb, unter seine vier Sühne,mit Übergehung des fünften, der dennoch zuletzt Alles erhielt.Der Älteste, der herrschsüchtige Wladislaus, sollte das Hauptder Familie sein; er beraubte seine Brüder ihrer Länder, dasVolk empörte sich gegen den Tyrannen und er musste nach !Deutschland, der Heimath seiner Gemahlin, flüchten, wo er ,starb. Seine drei Söhne erhalten nun von ihrem Oheime (1163)Schlesien als ein zu Polen gehöriges Land, sic vertreiben so-gleich die polnischen Besatzungen ihres Oheims aus den Festenund machen sich unabhängig. Bei der Theilung suchen diebeiden ältesten Brüder den jüngsten auszuschliessen, doch diesererzwingt sich Glogau. Gegen Herzog Bolcslaus von Nieder-Schlesien empört sich sein Sohn Jaroslav, nachher Bischofvon Breslau, und bringt das Fürstenthum Neisse an sein Hoch-stift, zum großen Verdrusse des Vaters. Heinrich!, von Bres-lau führt unablässig Krieg mit seinen Blutsverwandten, den-plastischen Fürsten von Polen. Seine Söhne bekriegen einan-der noch bei Lebzeiten ihres Vaters, seine ältesten Enkel, Hein-rich III. und Bolcslaus der Kahle, suchen ihre jüngeren Brü-der um deren Landes-Antheil zu bringen und gerathcn darüberin die heftigste Fehde mit einander. Nach dem Tode seinesBruders überfällt Bolcslaus der Kahle seinen Neffen, Hein-rich IV. von Breslau, welcher das Bisthum und die Klöster