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Übersicht der inneren Verhältnisse.
siebenzchntcn Jahrhunderte keines, welches so viele Bildungjeder Art in sich vereinigt hatte als Schlesien.
Das Landvolk lebte überall in der tiefsten Unwissenheit,weil für dessen Unterricht Nichts geschah und auch die Klösterdafür so gut als Nichts thaten. Selbst unter den so zahlrei-chen Mönchen finden wir in der Reihe mehrerer Jahrhun-derte nur selten einen, der sich durch wissenschaftliche Bildungbcmerklich machte. Daher für unsere Lander der so fühlbareMangel an älteren, einheimischen geschichtlichen Nachrichten.Nur Polen hat, zugleich mit dem russischen Nestor, doch die-sem nicht vergleichbar, im Anfänge des zwölften Jahrhun-derts den Martinus Gallus, dann im dreizehnten den Kadlu-beck, Boguphal, Basko und Dzierswa hcrvorgcbracht, welchedie Geschichte ihres Vaterlandes, wozu Schlesien noch ge-rechnet wurde, mit einigem Erfolge in lateinischer Spracheschrieben, wahrend Brandenburg erst gegen die Mitte desvierzehnten Jahrhunderts, Pommern, wo die Wissenschaftennie recht gedeihen wollten, noch spater Geschichtschreiber erhielt.
Es bedurfte aber keiner gelehrten Kenntnisse, um Ge-fühle, von denen das Herz erfüllt war, in Gesängen ausströ-mcn zu lassen. Es hat uns die neidische Zeit nur noch we-nige köstliche Edelsteine, die Minnelicdcr Herzog Heinrichsvon Breslau, wahrscheinlich des Vierten dieses Namens, ei-nes kräftigen und ritterlichen Helden, sowie auch die unscrsübcrmüthigen und rüstigen Markgrafen Otto mit dem Pfeileaufbewahrt. War auch das Leben der fürstlichen Ritter that-kräftig und oft wild, wie ihre Zeit, so sind doch ihre Minnc-liedcr Zeugen, daß unter dem harten Panzer oft ein weiches,für der Liebe inniges Sehnen und zartes Glück empfindlichesHerz schlug, wenn cs in Schlachten ausgcbraust hatte.
Fassen wir mit einem Blick die Übersicht dieses Zeit-raums, des Jugcndalters unserer Vater, zusammen, so findenwir es immer zum Auffersten geneigt, schnell die mittlerenStufen der Empfindungen überspringend, die Farben überallin grellem Abstande neben einander, so gottlos, daß der Bi-schof Johmui HI. von Breslau (1296) selbst, sogar auf einerWallfahrt zum Grabe der heiligen Hedwig nach Trebnitz mitftinen Prälaten, Domherren und Kapellanen angefallen, beraubt