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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch I. Siebentes Hauptstück.

an der Spitze stehen. Aber eben deshalb weil diese überallselten den Markgrafen aus dem Hause Anhalt gleichen, ist esgut daß Vorkehrungen getroffen werden, welche zwar den Ver-fall der Staaten nie unmöglich machen, aber ihn wenigstensaufhaltcn können.

Neben der Bemühung ihre Lander durch Anlegung neuerStädte und Dörfer und herbeigerufcne Kolonisten in bessernAnbau zu bringen, war in diesen Markgrafen ein unablässigesBestreben sie auch zu erweitern. Keine Gelegenheit liessen siedazu ungenützt verstreichen, und der Ruhm ihrer Waffenthatcnin unzähligen Fehden mit allen Nachbaren trug viel dazu bei,

1268 die Zahl ihrer Vasallen zu vermehren. Graf Konrad von Wer-

1269 nigcrode und Herzog Mestwin von Pomerellen trugen ihnenihre Länder zu Lehen auf; andere Stücke, wie Lippchne undNügcnwalde, erkauften sie; noch andere, wie das HerzogthumKrossen, erwarben sie als Pfandschaft. Erscholl doch der Rufihrer Thaten so weit, daß der von seinem Bruder Magnusentthronte König Waldemar von Schweden Hülfe bei ihnensuchte und ihnen dafür die Abtretung Gothlands und viertau-send Mark Silbers versprach. Doch waren die Markgrafenzu klug, sich in so entfernte Unternehmungen einzulasscn, da siein ihrer Nähe fortwährend Raum für ihre Thätigkcit fanden.

Es war schon nicht ungewöhnlich, daß Fürsten die rei-chen Hochstifter zur Versorgung ihrer Brüder und Kinder be-nutzten. Markgraf Otto IV. der Minnesänger, voll Kraft undFeuer, suchte dem Hochstifte Magdeburg seinen Bruder Erichaufzudringen, während vom Capitel Günther von Schwalenberggewählt worden war. Otto IV. und die Herzoge von Sach-sen und Braunschweig befehdeten das Stift, allein ErzbischofGünther mit seinen treuen Bürgern von Magdeburg schlugden Herzog von Sachsen, zog unter dem Banner des heiligenMauritius mit vielen Fürsten und Herren gegen den Mark-grafett und traf ihn bei Frose. Zn einer unerhört blutigen1^78 Stacht unterlag Markgraf Ottö, wurde selbst mit dreihundertRittern und Knappen gefangen im Triumph nach Magdeburggebracht und dort gefesselt in einen Kasten von dicken Bohlengesperrt. Vergeblich verheerten seine Brüder das Erzstist. Aufden Rath eines alten treuen, obgleich erst kurz vorher von