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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Eroberung Preussens durch den deutschen Orden. 51

radien und Cujavicn, alle Überbleibsel der polnischen Machtdrängten sich nach Nieder-Schlesien. Die Einwohner Breslausverbrannten selbst ihre Stadt und vcrthcidigten mit Glück dieBurg auf der Dvminscl, angcfeuert von dem heiligen Ccslaus,der die Dominicaner hier (1226) eingeführt hatte.

Da wo jetzt das ehemalige Kloster Wahlstadt steht, beiLiegnitz, unfern von den Feldern, in welchen nach fast sechs-hundert Jahren der Prcufscn Schwcrdt die Franzosen schlugund Schlesien befreite, sammelte Herzog Heinrich der Frommevon Breslau die flüchtigen Polen und Schlesier und bat denKönig Wenzel von Böhmen um Hülfe. Dieser eilte herbei;doch ohne ihn zu erwarten griff Heinrich an, das Leid seines-Volks brach ihm das Herz. Tapfer wurde gestritten, das Le-ben theuer verkauft, doch sein Heer erlag der Menge. Auchder Herzog wurde erschlagen, mit ihm viele der Seinigen.Wohl mochten die Mongolen in den geharnischten Polen undden deutschen Rittern andern Widerstand gefunden haben alsin ihren asiatischen Feinden. Zahlreiche Burgen und befe-stigte Städte, selbst Fcldklöster zur Vertheidigung eingerichtet,stellten sich ihnen entgegen und erschwerten die Eroberung desLandes. Als nun unerwartet, am Lage nach ihrem schwerenSiege, der König von Böhmen mit den fliegenden Bannernseines Heers in Schlachtordnung anrückte, entschlossen Rachezu nehmen für das vergossene Christenblut, so warfen sich dieMongolen auf ihre schnellen Rosse und eilten über Strömeund Bcrgpasse nach Mahren und Ungarn '). Bald daraufkam die Nachricht vom Tode des Großkhans Octai, und dieHorden ritten nach Asien zurück; Gujuk, seinen Nachfolger,hinderte ein früher Tod seine Entwürfe gegen Europa aus-zusühren, bald brachen Unruhen in Asien aus. Polen, Ungarnund das ganze Abendland wurden so errettet, nur Rußlandund was östlich und südlich davon lag, blieb noch lange un-ter der Herrschaft der Mongolen.

Auf dem Schlachtfelde suchte die Mutter des erschlage-nen Herzogs Heinrich, die fromme Hedwig, die Leiche ihres

I) Schreiben König Wenzels vün Böhmen in Sobunnut vin-llem. litt. I. p. WL., von den neueren Geschichtschreibern nicht benutzt.

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