Eroberung Prcussens durch den deutschen Orden. 49
wendete dieser seine Waffen nach dem Norden des kaspischcnMeeres hin, gegen Europa. Die Russen hatten sich von ih-rem Schrecken über ihre Niederlage (1224) an der Kalka er-holt, zu ihren: freudigen Erstaunen waren die Sieger ver-schwunden und in Lander gegen Morgen geeilt. Doch nachfünf Jahren (1229) verkündete wieder die Flucht vieler Völ-kerschaften den Einbruch der Mongolen über den Jaik. Nochvergingen mehrere Jahre wahrend ihrer Kampfe gegen dieVölkerschaften an der Wolga, da (1237) kamen Boten desBaku an die Ufer des Woroncsch, die Grenze der Russen, undsprachen zu diesen: „Wollt ihr Frieden, so mag der zehnteThcil aller eurer Habe unser sein." Die russischen Fürstenvon Wladimir, Susdal und Kiew crwicdertcn muthig: „BleibtKeiner von uns mehr unter den Lebenden, dann mögt ihrAlles nehmen." So zogen die Gesandten ab. Übel war, daßdiese russischen Fürsten ihre Macht nicht vereinigten, weil siedie Gefahr nicht würdigten, als sic schon so nahe war. Riä-fan sank, nach tapferer Vcrtheidigung von den Mongolen er-stürmt, in Asche, seine Bewohner erlagen unter dem Schwerdtmid den Martern der Sieger, ihre Weiber und Töchter wur-den geschändet, aller Muthwille der rohen Horden geübt undjede Lust gebüßt. Wer sich den Mongolen in den Weg stelltewurde niedcrgetretcn, die Mauern von Moskau, Susdal, Wla-dimir gebrochen und sie und viele andere Städte (1238) ver-brannt, mehrere ihrer Fürsten lagen todt auf den Leichen ih-rer erschlagenen Krieger. Hieraus suchte Batu das Land derPolovzer am Don heim und zwang ihren Fürsten und vier-zigtausend der Ihrigen wie die Zaaren der Russen nachUngarn zu flüchten, zerstörte das alte Kiew, diese Mutter derrussischen Städte, reich durch Handel mit Asien und Europa.Jahrhunderte lag es in Trümmern und erhob sich nie wiederzu seinem alten Glanze. Verheerend bewegte sich Batu mitseinen Horden wie ein Lavastrom mit unwiderstehlicher Ge-walt. Weiber und Kinder hatten sie bei sich, getragen vonKamcelen oder in von Rinderhecrden gezogenen Kibitkcn; vieleSlavcn, Bewohner der eroberten Länder, folgten ihnen. DieKrieger saßen alle auf kleinen, abgehärteten Rossen und foch-ten ohne Sold. Der Raub nährte sie, und wo sie WeidenStenzel Gesch. d. Preußisch. Staats I. 4