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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch I. Sechstes Hauptstück.

ein so gewaltiges und drohendes Ereigniß, daß wir unsereAufmerksamkeit von der Heimath ab nach Asien wenden müs-sen, denn Europa wurde erfüllt durch den Angstruf über dieAnkunft der Mongolen.

Im Norden Chinas hatte sich gegen das Ende des zwölf-ten Jahrhunderts Tcmudschin, der Nachkomme einer Reihe vonHäuptlingen mongolischer Horden, durch Tapferkeit und Glückin vielen Kriegen einen solchen Namen erworben, daß er (1196)in einer feierlichen Versammlung des Volks an den Quellendes Flusses Sagalien im nordöstlichen Asien von einem begei-sterten Seher zum Dschingiskhan, (dem Khan der Khane, Kö-nige der Könige) ausgerufcn wurde. Seitdem breitete er seineEroberungen immer weiter aus, seine Unternehmungen wurdenimmer größer. Weit nach Sibirien und nördlich von der WüsteKobi erstreckten sich seine Züge, dann gegen die goldene Hordeder Niutschi, dann westlich mit unzählbaren Schaaren gegendas ungeheuere chowaresmische Reich. Herrliche Städte, zahl-reich bevölkert und reich an Werken der Baukunst, Pracht,Bildung und asiatischer Üppigkeit jeder Art, wie Europa sienicht kannte, wurden zerstört, die Einwohner gctödtet odergefangen hinwcggeführt. Bis zum Indus drangen die Mon-golen vor, und ihre Heere schlugen auch die Russen an derKalka (am asowschcn Meere). Auf einer großen Volksver-sammlung beschloß nun Dschingiskhan gegen China zu zieh«,als er unter den Vorbereitungen (1227) starb; ein Mann, ver-nicht nur größere Reiche als je ein Eroberer vor und nachihm überwand und beherrschte, sondern auch seinen Mongolenangemessene Gesetze und Kriegseinrichtungen gab. Es wardas volle Gefühl gewaltiger Kraft, welches diesen Mann großund des Herrschens würdig machte. Daher glaubte er beru-fen zu sein die Welt zu unterjochen, und sie gehorchte ihm;er verbot Frieden zu schließen mit Völkern die sich nicht un-terwürfen, und sie wurden besiegt. Nachdem seine drei Söhne,Oktai, welcher als Großkhan anerkannt wurde, Tuli undTscha-gatai, China erobert hatten, theilten sie das Reich untereinan-der und mit ihres Bruders Tschutschi Sohne Batu; diesererhielt die Gegenden am Ural und der Wolga oder das Kapt-schak. Während jene in Asien ihre Eroberungen ausbreiteten,