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Buch I. Sechstes Haupt stück.
wurde daher beschlossen an den Hochmeister Gesandte zuschicken mit dem Anträge, ihm das kulmer und löbauer Landzu schenken, wenn er einen Theil seiner Ordensritter zur Be-kämpfung der heidnischen Preussen schicken wolle.
Wir müssen jetzt einen Blick auf die Entstehung und Be-schaffenheit des Ordens werfen, dem Hermann von SalzaVorstand, der jetzt nach Preussen gerufen wurde und das Ge-schick des Landes bestimmte. Als nach der Eroberung Jeru-salems auch viele Deutsche zum Grabe des Herrn wallfahrtc-tcn und häufig dcrKrankhcit und dem Mangel in dem frem-den Lande mit unbekannten Sprachen preisgcgeben waren, soerweckte Gott (1128) einen frommen Deutschen, der mit sei-ner Familie in Jerusalem lebte, daß er zur Aufnahme seinerLandsleute ein Hospital erbaute, neben welchem durch man-nichfache Unterstützung bald darauf auch ein Bethaus unterdem Schutze der Jungfrau Maria errichtet wurde. Dieseswurde nun der Mittelpunct, um den sich die Deutschen inJerusalem sammelten, indem sich mehrere der Pflege derPilger widmeten. Auch deutsche Ritter traten in den Berein,welcher unter dem Meister der Johanniter, durch den Glanzund den Rcichthum dieses wie des Tempelordens in denSchatten gestellt lange unscheinbar, wie Deutsche pflegen, diePflichten der Bruderliebe erfüllte und von Fremden kaum be-merkt wurde.
Als nun nach dem unerwarteten Ende des hochherzigenKaisers Friedrich!., Herzog Friedrich von Schwaben (1190)mit dem Kreuzheere vor Akkon stand, so rafften Hunger undKrankheiten die Kreuzfahrer schaarenweise hin. Wahrend dieJohanniter für Italiener, die Templer für Franzosen sorgten,lagen die kranken oder verwundeten Deutschen ohne Hülfe undWartung. Dies rührte das Herz einiger rittermaßigcn Bür-ger aus Lübeck und Bremen, welche an dem Kreuzzuge theil-gcnommen hatten, sie schlugen Zelte von den Segeln ihrerSchiffe auf, erbarmten sich ihrer Landsleute, nahmen sie aufund verpflegten sie. Es scheint daß sich mit ihnen die nochübrigen Brüder des deutschen Hospitals zu Jerusalem verban-den, was den Herzog Friedrich bewog im November des Jahrs1190, mit Zustimmung vieler Fürsten, nach dem Vorbilde der