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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Einführung d. Christcnthums bei d. Slave». 15

sitz gegen die Sorben, von der Saale bis über die Elbe undzum Bober. Hier crbaueten die Sachsen und Thüringer einegroße Menge fester Platze, zu denen ein Bezirk des umliegen-den Landes geschlagen wurde, dessen Ertrag zum Unterhalte derBesatzung diente. Diese Burgwarten, ans denen spater großen-theils Städte erwuchsen, sicherten überall die Unterwerfung derEingcbornen, und so war hier alle Macht der Slavcn gebro-chen; die welche den Schlachten entgangen oder nicht tieferin das Innere der Slavenlandcr geflüchtet waren, musstenChristen werden oder, von Haus und Hof gejagt, das Landraumen. Die alten Abtheilungcn in Gerichtsbczirke oder Zu-panicn wurden nun in Gaue zusammengezogen.

Die Leutizen und Obotriten dagegen, wenn sie auch aufeinige Zeit von den Deutschen unterjocht worden waren, zahl-ten nur Tribut, leisteten zuweilen Heerdienst, bekannten sichäußerlich zum Christcnthume, standen aber dabei fortwährendunter ihren eigenen Stammfürsten und behielten ihre alte bür-gerliche und Kriegs-Verfassung. Nach und nach wurden vomKaiser Otto in den unterworfenen slavischen Ländern Bisthü-mer gestiftet, zu Havelberg (946), Brandenburg (949), Meis-sen (965), Zeiz, Merseburg und Prag (968). Dem Spren-gel dieses letztem wurde ausser Böhmen und Mähren auch dasLand der Chrobaten, von der Oder bis zum Bug, Stir undWag (Schlesien, Klein-Polen, Noth-Reussen) untergeben.

Um diese Zeit nahm auch, bewogen durch seine Gemah-966lin Dambrovka, eine böhmische Prinzessin, der Herzog Mie-cislav von (Groß-) Polen das Christenthum an und stiftete 968das Bisthum Posen, welches, wie jene Bisthümer, dem vom Kai-ser Otto errichteten Erzstifte Magdeburg untergeben wurde; nurPrag stand unter Mainz. Mit MiecislavI. beginnt die GeschichtePolens aus dem Dunkel hervorzutreten, welches die Ge-schichte fast aller Völker des Heidenthums umhüllt. Wahr-scheinlich hatten die vielen Kriege, welche die slavischen Völ-ker gegen einander und gegen ihre deutschen Nachbarcn füh-ren mussten, nach und nach ihren Heerführern, wenigstens beiden Polen und Pommern, mehr Gewalt verschafft als sie frü-her besaßen. Der Sohn Miccislavs I., der große polnische Er-oberer Boleslav Chrobri, dehnte sein Reich über Schlesien,