Druckschrift 
Nachtr., 2 (1825)
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

4o

bestrafen zu könnend Aber es gab Personen, welche behaupten woll-cen, die Untersuchung sei nachlässig geführt und Lorenzo auf Befehlderer, die ihn bei der Sache brauchten, umgebracht worden. Eswurde hierbei die Dermuthung aufgestellt, daß der Graf d'Entraigueüder Depositair der wichtigsten Geheimnisse gewesen sei (was auchwohl nicht bezweifelt werden kann) und daß vornehme Personen,die nicht auf seine Verschwiegenheit bauten, ihn morden lassen.Die englische Regierung ließ alle Papiere wegnehmen und mapmußte um so mehr auf das große Interesse schließen, welches siehierbei hatte, da sie dem Sohne des Grafen nicht zurückgegebenund stets mit äußerster Sorgfalt geheim gehalten wurden.

§. 103.

Der Luftballon der Mllitalrschule.

13. .Oktober 1816.

Er lachte über alle Sie Biographien, welche durchaus darauf bestünden,

ihn in den Luftballon der Militairschulc, mit dem Degen in der

Faust steigen zu lassen, Bd. 9. S. n8.

Ich wundere mich, daß der Verfasser nicht nähere Kunde übereine Handlung giebc, die so oft Napoleon angedichtet wurde. Indem Augenblicke, da der Luftballon von seinen Banden gelösct wor«den war und sich aufschwingen sollte, stürzt ein Zögling der Militair-schule durch die versammelte Menge, springt, den Degen in derFaust, gleichsam von Stufe zu Stufe über dir Schultern seinerNachbarn, um das Schifflein zu erreichen und gelangt so wirklichans Ziel, wo er nur noch den Knopf seines Degens in der Handhält und damit den Herzog von Orleans schlägt, der nach gleicherEhre mit ihm zu streben scheint. Der Name des Eleven warDupont du Chamdon. Er wurde mehrere Wochen auf ausdrück-liche» Befehl des Königs eingesperrt und hegte nun gegen den letz-ter» einen sehr bestimmten Haß, indem er glaubte, vielmehr eineBelohnung verdient zu haben. Allerdings lag wohl ein Widerspruchdarinnen, daß eine Menge Obersten, welche dies unbedeutende Er-eigniß durch die Zeitungen erfuhren, den jungen Chambon zu ihremRegiments haben wollten; sie schienen hierdurch eine Handlung gutzu heißen, die ihr König bestraft hatte. Du Chambon wählte dasRegiment von Touraine, dessen Oberster der Vicomte von Mirabeauwar. Als er bei dem Corps anlangte, wußte er wohl, daß manProben des Muthes von ihm fordern würde. Er kam aber seinenKameraden zuvor und ließ sie durch folgendes Mittel auf allesWeitere verzichten. Er kauft sich nämlich eine Tonne mit Pulver,legt an jedes Ende eine Lunte, setzt sich bann aus die Tonne, wie