an der Freude einer Familie ergötzte», deren Haupt in Freiheit ge-setzt war, dabei alle Belohnung ansschlugen und dann ganz ruhig ^wieder aufs Würgen ausgingen. Einer dieser Henker läßt sich rüh-ren, bringt einen Gefangenen zu seiner Frau, scheint ganz bewegtvon ihrer gegenseitigen Glückseligkeit, da eins dem andern wicderge-geben ist, verlangt zum Lohne für seine schöne That nichts als einebrüderliche Umarmung, die auch dem Bluttriefenden gewährt wird,und dann kommt er auf seinen Posten zurück. Wir haben oben,alS wir (tz. 74.) von Pitt sprachen, erwähnt, daß zwei Engländerbekanntermaßen den handelnden Personen an diesem schrecklichen Tagein einem Gefängnisse Geld gegeben hätten. Diese Thatsache ist !durch eine Magistratsperfon, welche Augenzeuge war, offiziell bestä-tigt. Man findet das Nähere hierüber in einem Protokolle einesneuerlich herausgckommenen, zu den Memoiren Baudouins gehören-den Bandes, über die September-Mordseenen. Es möchte unterdiesen Umständen wohl schwer seyn, dieses gräßliche Treiben auSeiner einzigen Ursache abzuleiten.
tz. 92. !
6. September 1816. !
Ihre Eifersucht, ihre Uneinigkeit betrübt und ängstiget mich. Bd. 8-S.nz ^
Wenigstens hatte diese Eifersucht, auf einem Felsen, wo der von ^
allem entblöste Napoleon sich befand, der niemand mehr etwas hel-fen konnte, etwas Edleres als der sonstige Hofneid. Sie ist aber i
ein Beweis, wie schwer es sei, in Frieden zu leben. Die Einigkeit «
dieser freiwillig Verbannten war das einzige Mittel zu Linderung i
ihres eigenen und des harten Looses dessen, dem sie sich so ganz r
Hingaben. Gleichwohl war diese Einigkeit nicht unter ihnen zu fin- I
den, sie mangelte auf einem Schauplatze, wo man glauben mußte, E
daß sie in Folge der Umstände vorhanden seyn müsse. Und nun >
verlange man noch, daß die Menschen ruhig beisammen wohnen! !
Kaiser Karl der Fünfte fühlte, daß er etwas Thörichces unrernom- H
men habe, als er ein Uhrmacher wurde und vergebens zwei Uhren !
so genau überein zu stellen trachtete, daß sie völlig gleich gingen.
§. 93.
6. September 1816.
„Ich weiß nicht, ob ich nicht die Briefe der Frau von Maiuteuon denBriefen der Frau von SevignL noch vorziehe; es ist mehr darinnengesagt, Frau von Sevigne schreibt viel korrekter." Bd. 8. S. HZ.
L> ganz gewiß! auch glaube ich nicht, daß viele Personen jenenVorzug zugestehen möchten. Uebrigenö sind es zwei ganz verschie-