Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

59

Posaun' und Cymbel. Auf erhabnen-Stufen,

In doppelter Reih', und dicht zusammengedrängtBis ganz hinauf zum Moloch, standen sieUnd reichten sich die Knaben, ein VerderberDem andern zu. Beim Fuß ergriffen sie die Knaben!

Die weinten laut, und laut erscholl umherEin Mitleid, Salomo, das du nicht hattest!

Darauf. . Schnell zischt' und floß vom GlühendenIhr schwarzes Blut und Hirn herab. Da verhülltenDie Mütter alle sich! . . Verhüll' dich auch,

Damit du nicht das fürchterliche SchwebenDer Seelen um dich siehst.

Salomo (nach einigem Stillschweigen).

So sind sie tvdt?

Sind wirklich tvdt?.. Du schreckst mich, Blut.. Gehorcht'

er dir

Denn nicht? dir nicht?

Chalkol.

Er sah mich hinter sich,

Und zum Gewittersturm ward seine Flucht!

Ich ruft' ihm nach! Allein des LechzendenCrstorbne Stimme Hort' er nicht, und hätteSelbst eines Donners Stimme nicht gehört!

Kalo m o.

Sv lang' ich opferte, hat mich noch nie

Der Knaben Blut erschreckt. Jetzt däucht michs, ich höre

Ihr Jammern um mich her.

Chalkol. (Er wendet sich weg.)

Schrei laut, o Blut!

Ruf' ihn zurück zu Gott!