Druckschrift 
7 (1844)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

ChaIKol.

Nicht weniger, nur anders tauscht er sich.

Er treibt in seinen dürren Wüsten um,

Und gräbt sich Brunnen, die kein Wasser geben.Denn den lebenden Quell hat er verlassen.

D arva.

Du kennst mich, Chalkol. Ich bin gar kein Hoffer.Ich hoffe nichts von ihm, ich hoffe zu Gott!

Er werd' ihn retten.

ChaiKo l.

Finster ist vor mir

Die Nacht, des schreckenden Gedankens Nacht:

Gott wird ihn nun nicht retten. Denn zu langEmpört' er sich. Laß Salems Mauern stürzen!

Vom Eckstein rauchend Blut des todten Säuglings,Und ans den Thoren und des Tempels HallenHerunter triefen! Dieses Grauens AnblickErtrug' ich eh', als daß er Israel,

Dies, große Volk des Herrn zum Moloch führt,

Und unsre Kinder diesem Götzen opfert.

Darb a.

Verschwind', v Bild von diesen Opfern! LangErwarten wir ihn schon; noch säumt er immer.

Chalkol.

Heut' ist mein letzter Tag mit ihm. Noch ein MalWill ich ihm sagen, was ich von ihm denke,

Damit ich ganz am Blut unschuldig sev,

Das er vergeußt, unschuldig an den Seelen,

Die er von Gott verführt. Dann will ich wiederZn meiner Hütt' hinab ins Palmthal zieh»,

Und mir mein Grab bereiten. Denn wie lange