Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Leben geben wollten, von dem sie voraussähen, daß es sichsehr bald endigen würde. Denn je frühzeitiger der TodderVergessung ist, den sie zu sterben pflegen, desto jämmer-licher ist er.-Ich bin so voll von Ihrer rühmlichen

Unternehmung, daß ich Ihnen einen sehr langen Brief schrei-ben würde, wenn ich dem Urtheile des Publici zuvorkommenmöchte. Denn ich schmeichle mir, daß ich von einigen wür-digen Mitgliedern desjenigen Publici, das allein diesen ver-ehrungswürdigen Namen verdient, Briefe über diese Sacheerhalten werde. Bis dahin will ich es aussetzen, umständ-licher davon zu reden. Unterließ kann ich folgendes nichtganz unberührt lassen. Wenn Sie von Uebersetzungen sprechen,so meinen Sie gewiß nicht, daß der Uebersetzer jede herum-fliegcnde neue Schrift wähle, die irgend einigen Beifall hat.Sie wollen, daß Meisterstücke ausgesucht, und von Män-nern übersetzt werden, die wissen, daß halber Geschmack, undhalber Fleiß sehr vieles an der Uebersetzung eines Meister-stücks fehlen lassen.

Sie haben ferner sehr recht, daß Sie gute geistliche Redenunter die vornehmsten Werke der Beredsamkeit rechnen; undSie haben, wie ich glaube, blos vergessen, von geistlichenLiedern zu reden, oder sie unter dem allgemeinen Namender Gedichte begriffen. Mich deucht, Einer, der nur einigewenige gute machte, verdiente den ausgesetzten Preis. Wasmeinen Sie dazu, wenn Sie die Veranlasser gewesen wären,daß diejenige Kirche, die einmal die schönste in Norden seynwird, durch Lieder eingeweiht würde, die dann noch wären,

wenn sie selbst vielleicht --denn es giebt, wie Sie wissen,

NonuinenM sere perenniora!

Und die hätten Sie veranlaßt! Wie wünsche ich, daß IhnenIhr Vorhaben gelingen möge.