138
nehme, als der Inbegriff von dem vor, was der Tonverhaltausdrücken kann.
Auch das mit den angeführten Beschaffenheiten in einergewissen Nabe Verwandte gehört mit zu dem, was der Ton-verhalt in sich faßt.
So ist z. E. das Sanfte mit seiner Ausartung, demWeichen, verwandt. Ucberhanpt machen, so bald der Dichtergut darstellt, die Einbildungskraft und das Gefühl des Zu-hörers solche Verwandtschaften ziemlich zahlreich.
Ich sagte oben vom Zeitausdrncke, und hier vom Ton-verhalte, daß sie Beschaffenheiten ausdrücken. Ich mußtedieß sagen, wenn ich die Sache richtig bestimmen wollte.Denn die Empfindung und Leidenschaft selbst, oder auch densinnlichen Gegenstand drückt das Wort, seiner Bedeutungnach, aus. Wendet man mir ei», daß der Zuhörer, vonder Lebhaftigkeit seiner Theilnehmung hingerissen, an diesenUnterschied nicht denke, sondern die Leidenschaft selbst, auchin der Bewegung der Worte, zu hören glaube: so kann ichdieß gern zugestehn, ohne daß meine Bestimmung dadurchetwas von ihrer Richtigkeit verliert. Ueberdieß bin ich mitdem nicht unterscheidenden Zuhörer recht wohl zufrieden.Desto besser für den Dichter, wenn, wer ihn hört, so täusch-bar, und auch für diesen, wenn er des Vergnügens einersolchen Tauschbarkeit fähig ist.
Ich habe noch einen Schritt zu thun, um das, was denTvnverhalt der Füße betrifft, völlig aus einander zn setzen.Ich muß nämlich diejenigen Füße anzeigen, welche die er-wähnten Beschaffenheiten, mehr oder weniger, ausdrücken.Ich löse dabei die Füße, welche über drei Sylben haben,nicht in zwei- oder dreisylbige auf; weil dieß wie überhaupt,so auch hier zu nichts führt. Die bezeichneten sind abscechcnd.