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Kleinigkeit nennen, nicht schreiben möchte. Sv verbundenich ihnen für dieß Urtheil seyn müßte; so wenig halte ichauch die letzten Nebenzüge der schönen Wissenschaften fürKleinigkeiten, besonders, wenn cs Kenner der höheren Schön-heiten sind, für die man sie anfdcckt.
Bei der Untersuchung des neuen Sylbenmaßes selbstkömmt es darauf an, daß man erweise: Wir können denGriechen und Römern in ihren Sylbenmaßen so nahe nach-ahmen, daß diese Nachahmung, besonders größer» Werken,einen Vorzug gebe, den wir, durch unsre gewöhnliche Vers-arten, noch nicht haben erreichen können. Eine Nebenunter-suchung würde seyn, eben dieß von lyrischen Gedichten zubehaupten, denen wir zwar, durch einige unsrer Sylben-maße, einen freieren Schwung, als den großen Gedichten,gegeben haben; die aber, weil sie so vieler Schönheiten fähigsind, daß sie unmittelbar nach dem Trauerspiele ihren Platznehmen dürfen, noch tonvoller und harmonischer zu seynverdienen.
Homers Vers ist vielleicht der vollkommenste, der erfun-den werden kann. Ich verstehe unter Homers Verse nichtEinen Hcrameter allein, wiewohl jeder seine eigene Harmoniehat, die das Ohr unterhält, und füllt; ich meine damit dasganze Geheimniß des poetischen Perioden, wie er sich vordas stolze Urtheil eines griechischen Ohrs wagen durfte, denStrom, den Schwung, das Feuer dieses Perioden, dem nochdazu eine Sprache zu Hülfe kam, die mehr Musik, als Sprache,war. Homer blieb, auch in Betrachtung des Klangs, einsolcher Meister seiner Sprache, daß er die Griechen verführtzu haben scheint, ihre Verse mehr abzusingen, als herzu-sagen.
Sein Herameter hat die angemessenste Länge, das Ohr