Druckschrift 
4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

319 ^o-

Einnndvierzigstes Kapitel.

Jugcndgcschichte des Unbekannten.

Helene!" sagte der Vater mit einem strengen Tonebezeige dich deiner Abkunft würdig! Hier sitzt deinBräutigam!"

Ach, eben weil er hier sitzt, kann er nicht mein Bräu-tigam sehn!" antwortete sie mit einem tragisch-komischenSeufzer: denn auch ihr gegenwärtiges Leid konnte denangeborenen Mnthwillen nicht ganz beherrschen.

Alwina winkte dem bequemen Sohne, sich zu erheben.Er stand gehorsam auf.

Sprich ernsthaft!" sagte Ellerbach mit heimlicher Nei-gung zum Lachen:was hast du gegen den wackern Kam-mcrjunker einzuwenden?"

Nichts, mein Vater! Doch unsere Gemüther stimmennicht zusammen und ich liebe diesen Mann."

Verblendetes Mädchen!" fiel Frau von Ellerbach ein:wie kannst du noch Den lieben, der dich und uns allebelistcte, und uns noch kein Wort von seiner dunklen Her-kunft gesagt hat?"

Dunkel war fie in der That;" begann der Fremdemit einem Tone, worin sich sein Gefühl der Beleidigungaussprach.Ich lebte bis in mein zwölftes Jahr in ei-ner elenden Waldhütte. Das war die Dienstwohnung