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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
317
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zeigte ihn Madame Tarantel meiner Tochter als den Herrnvon Runenstein: denn sogar diese kluge Frau , die dochden Herrn Kammerjunkcr von Angesicht zu Angesicht ge-sehen hatte, ward durch die Aehnlichkcit der beiden Gestal-ten getäuscht. Aber das ist mir ein Näthsel, wie Sie,Herr Glücksritter, es austellten, daß des Herrn von Ru-nenstein Bildniß Ihnen ähnlicher ward, als ihm selbst."

Das ging äußerst natürlich zu;" antwortete der Fremd-ling.Es ist mein eigenes, schon vor einem halben Jahregemaltes Porträt, das mein Bedienter, für einen Malersich ausgebend, dem Herrn Kammerjunker in die Händespielte."

O Himmel!" rief Arbogast aus :Und auch der dummeNotar attcstirte blind ins Zeug hinein! Wie ward dochalle meine Vorsicht zu Schanden!"

Nun hatt' ich gewonnen;" sprach der schlaue Gastweiter.Ich erhielt nachher durch meinen gewöhnlichenKanal die erwünschte Nachricht, daß mein Bildniß alsächt hier anerkannt worden war und Beifall gefundenhatte; ich erfuhr Tag und Stunde, wenn der Herr Kam-merjunkcr zu seiner Braut reisen würde und meine Leiden-schaft spornte mich zu dem Versuche, ihm den Rang abzu-lauscn. Zu diesem Wagstück war ich an Leib und Seelegerüstet: denn ich konnte der mir von der Natur zugctheil-ten Maske mit schicklichen Reden leicht entsprechen, weil michmein Bedienter, durch Ausforschung seines alten Freundes,in der Familie Runenstein so einheimisch gemacht hatte, alswär ich in ihrem Schooßc geboren. So trat ich kühnals Bräutigam i» dieses Haus, und erwarte nun von derLiebe mein Urthcil."

Das würde wahrscheinlich zu mild ausfallen;" sagteHerr von Ellerbach.Wir verfahren gelind genug, wenn