Druckschrift 
4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
292
Einzelbild herunterladen
 

"«i

>>, ^

^ 292 <§-->

Fünfunddreißigstes Kapitel.

Ei» großer Anflaaf, de» ein »»kommender Courier verursacht.

Die Braut war fort, der Weg zu einem Hofamte ver-schlossen: unser Held hatte folglich in der Residenz nichtsmehr zu schaffen, und konnte nach Hause reisen, wenn erwollte. Er sehnte sich auch herzlich nach der Ruhe desLandlebens; ihm war nur bange, daß er von seinem Va-ter übel empfangen werden möchte.Was hilft das Zau-dern?" sagt Gcbler.Frisch gewagt ist halb gewonnen,und ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Dochhalten Sie es für gut, gnädiger Herr, so will ich erst mei-nen Freund Niemand, der ein sehr verständiger Mann ist,um Rath fragen."

Ortlieb hatte nichts dagegen. Gebler ging zu seinemOrakel, und meldete ihm den neuen Vorfall: denn die al-tern waren ihm schon zuvor nach und nach bei der Wein-flasche vertraut worden. Herr Niemand ereiferte sich schreck-lich über Madame Tarantel.Das Weib hat Erscheinungenoder ist rein toll!" fuhr er auf.Aber des FräuleinsAeltern werden das eigenmächtige Schelten und Waltenmit ihrer Tochter gewiß nicht billigen. Darum ist meinwohlmevnender Rath: ihr wartet den Ausgang der Sachehier ab; denn da der alte Herr ein so pünktlicher und be-dachtsamer Mann ist, so würde er ohne Zweifel die unbe-