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schöpfte Herr von Ellerbach die lustige Hoffnung, daß Ort-lieb bald sterben und keinen männlichen Nachfolger habenwürde. Daher überredete der schlaue Höfling seinen Vet-ter, die weibliche Linie durch die Erbverbrüderung von derLehnsfolge auszuschlicßcn, und den ihr gebührenden Pflicht-teil in baarem Gelde zu bestimmen.
Aber der arglistige Mann fiel in seine eigene Schlinge.Der blinde Tod that einen unerwarteten Mißgriff, Hpmenleistete keinen Ersatz, und cs verschwand nach und nachaller Anschein, daß er ihn jemals leisten werde.
Herr von Ellerbach grübelte nun 'unermüdet, wie er seintreffliches Gut Bärenfels für Helenen retten und erhaltenkönne. Es gab zwischen Himmel und Erde keinen andernAusweg, als eine Vermählung des Fräuleins mit demverhaßten und ungebildeten Ortlieb. Ein bitteres Noth-mittel, und noch dazu mit Alpen von Schwierigkeiten um-geben. Die Familien Ellerbach und Runenstein lebten inZwiespalt, oder waren vielmehr für einander so gut alstodt. Sie hatten sich seit länger als vier und zwanzigJahren nicht gesprochen, nicht gesehen, keine Briefe gewech-selt. Eine so tief entschlafene Bekanntschaft zu wecken, warfür Herrn von Ellerbach besonders darum ein mißlichesUnternehmen, weil er befürchten mußte, daß aus der Gruftder Vergessenheit zugleich das Bild des verlorenen Kindesaufsteigen und mit zartem Finger auf ihn als Räuber odergar Mörder zeigen werde. Er war freilich von der ihmbeigemeffenen Unthat durch ein Rechtsurtheil freigesprochcn:aber kann der Themis Schwert, so scharf es ist, auch dieWurzel des Verdachts aus dem Herzen des Beleidigtenheben und tilgen? — Nimmermehr!
Herr von Ellerbach verlor dennoch nicht den Muth. Errechnete auf den Beistand der mächtigem Zeit, die Gutes
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