„och schuldig. O mochten sich doch Ew. Gnaden entschlie-ßen, mich durch eine Hand voll Gold aus meinem ambu-lanten Käfich zu erlösen, und sich dafür einen getreuenDiener cinzuhandeln! Ich bin, ohne Ruhm zu melden, einTausendkünstler. Sie können mich als Leibarzt, Barbier,Secrctär, Vorleser, Tanz- und Sprachmeister, Hauspoeten,Kammerdiener, lustigen Rath — mit Einem Worte: alsFacto tum brauchen.
Ucbrigcns werden Sie darum, weil ich vor Zeiten einGerngroß war, keine schlimme Meinung von mir hegen.Ich ward in der Schule der Trübsal von meiner Narrheitgeheilt; es gibt aber noch Tausende, die zwar nicht, wieich, auf körperlichen, doch auf geistigen Stelzen herumschrei-ten, und durch diesen Kunstgriff hier und da als wahrhaftgroße Männer gelten. Wer kennt nicht irgend einen Gcrnwiß,einen Gcrnklug, einen Gerngelehrt und so weiter? Allensolchen Gerntäuschern kann mein Beispiel zur Lehre dienen.Wer höher strebt, als er dazu gediegene Kraft in sich hat,an dem rächt sich endlich die beleidigte Natur. Die Stel-zen, auf denen er übermüthig einherwandelt, brechen einstplötzlich unter ihm, und cs wird an ihm wahr, was dieSchrift sagt: wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigtwerden. —
Jetzt erhob sich Zachäus von dem Fußbänkchen, machteeinen tiefen Bückling und erwartete Resolution.
Langbein'S sämintl. Schr. VIII. Bd.
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