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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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in eine derselben einige Schock Stecknadel» tief cingepflanzt,ohne daß ich darüber erwacht war. Ich strampelte michzornig aus den Händen des Maulaffcn los, rannte fortund sann auf Rache.

Die Hanptthätcrin bei dieser Beschimpfung war dieTochter eines Professors, die sich durch »»weibliche, fastriesenhafte Länge vor allen Frauenzimmern der Stadt aus-zeichnete. Man wies überall mit Fingern auf sic und lachtehinter ihr her. Sie aber bildete sich auf ihren hohen Wuchsnicht wenig ein, und trug ans Promenaden gewöhnlich einAmazonenkleid, um die zierliche Schlankheit ihres Körpersins vorthcilhastcste Licht zu stellen. Auf diese Umständegründete ich den Plan meiner Rache. Ich kannte einenStudenten, der ein eben so entschiedener Riese war, alsich, leider! ein Zwerg bin. Diesem that ich den Vorschlag:er solle zum Scherz einmal in Fraucnzimmerklcidcrn mitmir spazieren gehn. Der einfältige Tropf denn daswar er in einem hohen Grade willigte ein. Ich ließfür ihn auf meine Kosten ein Amazonenkleid fertigen, dasgerade so anssah, als wär' cs aus dem Kleidcrschranke derProfessorstochter gestohlen. Dazu kaufte ich noch einenHut mit Federn, wie sie gewöhnlich trug. So putzte ichan einem Mai-Sonntage, dessen anmuthigcs Wetter alleMenschen auf die Beine gebracht hatte, meinen Enackssohnan- Wir nahmen unfern Weg nach der Straße, wo seinVorbild wohnte. Eine gewaltige Volksmenge, die sich beijedem Schritte vermehrte, umströmte uns jubelnd von allenSeiten, und hundert Stimmen schrien: Mamsell Goliath!Mamsell Goliath! So nannte der Pöbel auch zu an-dern Zeiten die Ricsenjungfer, die sich schnell, vom Getüm-mel ans Fenster gelockt, mit dem halben Leibe herauslegte.Sie erblickte die ungeschlachte Amazone an meiner Seite,