Dreizehntes Kapitel.
Leben, Theten und Widerwärtigkeiten eines kleinen Gerngreß.
Mein Name ist Zachäus Trill. Ich bin der Sohn einesArztes. Er war nur zwei oder drei Zoll größer als ich,hob sich aber durch Schuhe mit sehr hohen Absätzen undeine hochgekräuselte Perücke aus dem Pygmäengeschlechteheraus, und war, trotz seiner liliputischen Gestalt, eintapfrer Gegner des Todes. Seine Siege an den Kran-kenbetten wurden ihm reichlich vergolten. Die Hcirath mitmeiner Mutter vermehrte seinen Wohlstand. Sie brachteihm eine so beträchtliche Mitgift zu, daß sie über die auf-gethürmten Gcldsäcke nicht hinweg sehen konnte: denn siewar noch kleiner als mein Vater. Gleich und Gleich hattesich gesellt.
Die einzige Frucht dieser Miniatur-Ehe schauen Ew.Gnaden hier vor sich.
Vater und Mutter freuten sich, daß ich ihnen nicht überdie Köpfe wuchs: ich hingegen war mit dem kurzen Maß-stabe, womit mich die Natur gemessen hatte, von Jugendauf unzufrieden, und sann Tag und Nacht, wie ich, dembekannten Bibelspruch gleichsam zum Trotz, meiner Längeeine Elle zusetzen könne. Dabei spielt' ich immer auf dielächerlichste Weise den Gerngroß.
Ich übergehe die Eulenspicgelstreiche meines Knabenal-