Zwölftes Kapitel,
Das Männlein im Kasten zankr mit seinem Zwingherrn, underbietet sich der Frau vvn Runenstein zu Pagediensten.
Sobald Herr von Runenstein in der Burg anlangte,befahl er seinen zwei Jägern, ihre Büchsen zu laden, stelltesich dann mit seinem Sohne in die Mitte der beiden schuß-fertigen Grünrocke, und erwartete so mit ziemlicher Ruhedas abenteuerliche Fuhrwerk.
Es kam im Burghofe an; der große Schrank wardherabgehoben, die Thür aufgeschlossen, ein Zwerg trat mitstolzen Schritten und lächerlichem Ernst heraus, und beugtesich vor den beiden, von ihrer Leibgarde umflügelten Herr-schaften bis an die Erde, wohin seine Nase keine weiteReise zu machen hatte. Er spazierte hierauf mit feierlicherWürde vor ihnen umher, damit sie ihn von allen Seitenbequem betrachten konnten. Die kleine drollige Person ge-fiel allgemein. Arbogast fand an ihr besonders darumgroßes Vergnügen, weil sie eben so gekleidet war, wie erauf alten Gemälden und Kupferblättcrn die Zwerge gese-hen hatte, die im Mittelalter den Damen die Schleppetrugen, und überhaupt in den Häusern der Fürsten undreichbegüterten Ritter zu manchen kleinen Ehrendiensten undzur Kurzweil gebraucht wurden. Er äußerte diese Bemer-kung laut, ließ seine Gemahlin auf den Schauplatz einla-