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Eilftes Kapitell
Eine wunderbare Erscheinung, die Herr von Runenstein fürein Gegenstück zu dem trojanischen Pferde hält.
Junker Ortlieb (der, beiläufig gesagt, allein Hahn imKorbe blieb und keine jüngern Geschwister hatte- gingeines Tages, als er ungefähr achtzehn Jahre alt war, mitseinem Vater und seinem Hofmeister spazieren. Das ge-schah in der Nähe des Schlosses sehr oft; doch dicßmalwagte sich das vorsichtige Kleeblatt fast bis an die Land-straße , die eine halbe Stunde weit entfernt war und ebenjetzt von einem seltsamen Fuhrwerke befahren wurde. Eswar ein kleiner, mit zwei Eseln bespannter Wagen, aufwelchem ein hoher, buntgcmalter Kasten stand, der zweienAffen, die oben auf der Decke saßen, zum Belvedere diente.Ein Wagcnlenker in ausländischer Tracht ging nebenher,und knallte mit seiner Peitsche den säumigen Grauen immervor den Ohren herum. Ortlieb, ein schärferer Seher alsseine Begleiter, entdeckte die ungewöhnliche Erscheinungzuerst, schrie vor Verwunderung laut auf, unv lief soschnell, als er kaum in seinem ganzen Leben gelaufen war,drauf zu. „Lieber Sohn! bester Junker! sachte, sachte!"riefen Vater und Mentor zugleich; aber er ließ sich, vonNeugier fortgerifscn, nicht halten. „Himmel! es kann ihmein Unglück begegnen!" sagte Herr von Runenstein, und