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Gewalt. Er setzte die Spitze des Hirschfängers auf seineBrust und schwor, sich bei dem ersten treulosen Gedanken,der in ihm aufstiege, mit eigner Hand zu durchbohren.Rührung und Liebe übermeistcrten Christinen; sic sank inseine Arme, und — fiel.
Vom Frohsinn der Unschuld verlassen, eilte sie zu ihrerFreundin. Alwina bemerkte bald, daß dieses sonst so hei-tere Gemüth von düstern Wolken umhüllt war. Sie forschtemit freundschaftlicher Besorgniß nach der Ursache, erhieltaber nur ausweichende Antworten. Unterdessen führte Chri-stine mit ihrem Geliebten einen geheimen Briefwechsel, dersic immer schwermüthiger machte. Sie fühlte mit Schau-dern, daß sie auf dem Wege war, Mutter zu werden.Die Veränderung ihrer Gestalt ließ sich nach einigen Mo-naten nicht länger verhehlen. Alwina staunte; doch mitder sanftesten Schonung hörte sie die Thräncnbeichte derGefallenen an, und versprach mitleidig, sie nicht zu ver-lassen. Herr von Runenstein, eben so menschenfreundlichals seine Gattin, erlaubte Christinen, ihr Wochenbett imSchlosse aufzuschlagen. Aber gegen Leopold eifernd, ver-bot er mit unerbittlicher Strenge die Annahme eines vonDiesem ihr angckündigtcn Besuchs. Sie mußte dem Ge-liebten schreiben: sie dürfe ihn nicht sehen, wenn sie nichtGefahr laufen wolle, in ihrem jetzt so hülfsbedürftigenZustande aus dem Schooße der Freundschaft verstoßen zuwerden. Aufgebracht über den gegen ihn ausgesprochenenBann, antwortete Leopold mit ungerechten Verwünschun-gen des Herrn von Runenstein, und meldete zugleich: ergehe nun außer Landes, um für sich und sie ein anständi-ges Unterkommen zu suchen.
Christine gebar ein schwächliches Kind, das an eben demTage, an welchem ihre Freundin entbunden ward, wieder