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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Aller Dinge Anfang ist klein, und so erscheint hier zuerstein Zwerg.

<i?ie Zugbrücke vor dem Schlosse Runenstein schwebte nochüber dem Graben, und drei große Kettenhunde, die vomAbend bis zum Morgen, als Nachtwächter, frei herumgin-gcn, waren noch nicht an ihre Hütte» gefesselt. Das zeigtegewöhnlich an, daß der Burgherr noch in den Federn lag.Doch dießmal irrte man sich. Er saß schon seit einigenStunden in seinem Kabinctc und beschäftigte sich mit derbeschwerlichen Ausarbeitung eines wichtigen Briefes, wobeier jedes Wort auf die Goldwage der Vorsicht legte. Esjhat ihm bei dieser Kopfanstrengung wohl, daß sich seineDiener und Dienerinnen, die sämmtlich ihn noch in denArmen des Schlafes vermuthetcn, blos auf den Zehendurchs Schloß bewegten und keine Thür knarren ließen.Er liebte, mit der Feder in der Hand, die höchste Stille,und gebot sogar nm sich her Ruhe, wen» er nur seinenNamen zu schreiben hatte. Das einzige Mitglied seinesHofstaats, das sich bei dergleichen Gelegenheiten wenigZwang anthat, war sein Kammerdiener Trill, ein dickkö-pfiger, doch übrigens nicht mißgestalteter Zwerg, der sichgegen viele kleinliche Anordnungen seines Herrn halsstarrigbezeigte, und dennoch, als eine Seltenheit, geduldet wurde.