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4 (1847) Herbstrosen. Der Bräutigam ohne Braut : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
156
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ge» und etwas mnthwilligen Brief gelesen hatte. Ihrwar nicht anders, als müßte sie vor Scham in die Erdesinken. Bonifacius gab ihr aber den Trost, daß er Scherzverstehe und kein ihn betreffendes Wort ihres Briefes übelgenommen habe, damit stellte er ihr das Angstblatt wie-der zn und erklärte zugleich: die Absendung an die Be-hörde scy nun nicht nöthig, indem er, ohne weiteres Ge-such, ihre Herzensangelegenheit bei ihrem Vater bestensbesorgen werde. Mit dieser Zusicherung entließ er sie, undin den nächsten Tagen hielt er sein Wort.

Der Vater war Anfangs, als ihm Bonifacius die Sachevortrug, sehr verdrießlich, und hätte gern getobt und gc-fluchtz aber seine Verehrung gegen den hohen Vermittlerlegte ihm Zaum und Gebiß an. Er gab den Vorstellun-gen, die ihm gcthan wurden, ruhig Gehör: er gestand so-gar, daß Anton ein braver Bursch und geschickter Jägersep; kurz, er hatte nur das Einzige gegen ihn einzuwen-den, daß er noch kein Brod habe.Dafür will ich sor-gen," sprach der Bischof.Einer meiner Freunde hat ebeneinen ansehnlichen Forstdienst zu vergeben und wird mirihn für Euren künftigen Eidam nicht versagen."

Vier Wochen darauf erhielt Anton die ihm ausgewirkteBestallung als Förster, bezog seine freundliche Dienst-wohnung, machte Hochzeit mit Antonien , und beide fühl-ten sich in ihrer Ehe so glücklich, daß sie noch oft, als sieschon Großeltern waren, sagten:Nie hat wohl, so langedie Welt steht, eine geringfügige Dienstwilligkeit so schöneZinsen getragen."