IV.
Der Ahnenstölze Schulmeister.
i.
Rudolph, der zehnjährige Sohn des Försters Wigandin Hilgcndorf, kannte alle Bäume des Waldes, alle Fähr-ten des Wildes, aber das große A noch nicht. Der Vaterwollte mit dem Schulmeister Bären stein, den er einenhochmuthigeu Fantasten nannte, auf keine Weise etwas zuschaffen haben. Rudolphs Mutter betrübte sich über desKnaben rohes Auswachsen, und bat unablässig ihren Gat-ten, seine Abneigung gegen Len Schulmann, zum Heilihres Sohnes, zu überwinden. Endlich gab er nach undließ bei dem Pädagogen anfragen, wann er seinen Sohnbei ihm cinführcn könne. Die Stunde der Audienz wardbestimmt. Der Monarch der Schule, ein langer, hagererMann, stand in der Mitte seines Prunkzimmers in einermajestätischen Stellung und hielt eine Rolle von Gold-Papier, wie einen Sceotcr, in der Hand. Wigand sagtekurz: »Da bring' ich Ihnen meinen Jungen. Ziehen Sieeinen gescheidten Kerl .aus ihm!" — »Ich werde meinBestes thunz" sagte der Meister ernst und kalt, und wandte