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Für jedes gestohlene Tausend Thaler erhielt er ein Jahrfreie Wohnung und Kost in einem Zuchthause, und alsAgio den Willkommen.
Nach Ablauf der zehn Strafjahre ward er über dieGränze gebracht. Sobald er auf freien Fuß gestellt war,schlich er heimlich zurück und erschien als Bettler in Linn-thal, wo Arnold und Ottilie als glückliche Gatten lebtenund auch den Major noch ein heiterer Lebensabend er-freute. Mit Entsetzen über die grauenhafte Gestalt desVagabunden, der sich frech zu erkennen gab, reichte manihm ein beträchtliches Almosen. Er besah das Geldstückund sagte: „Hm! eine verdammt geringe Entschädigungfür dicß schöne Gut, das schon seit zehen Jahren meinwäre, wenn mich nicht das Schicksal so grausam verfolgthätte. — Thut nichts! meine Frau muß mich ernähren.Ich werde sie in Paris bei ihrem Onkel finden, dessenNamen sie mir oft genannt hat."
Er bettelte sich nach Paris, drang in das Haus der vonihm betrogenen Frau, und ließ sich als Graf von Jmmcn-stein melden. Bebend vor Schrecken, sandte sie ihm einenDukaten, mit der Warnung, nicht wieder zu kommen,wenn er nicht verhaftet scpn wolle. Er kam dennoch, ver-langte trotzig Geld, und drohte, als man ihn abwcisenließ, die Zimmerthüren anfzusprengen. Indessen erschienendie schnell herbei gerufenen Polizcidicner und brachten ihnzur Haft. Aus Paris verwiesen, durchstrich er Frankreich,verübte bedeutende Diebstähle, ward als Mitglied einerRäuberbande ergriffen, und beschloß seine rühmliche Lauf-bahn auf der Galeere.