-o§> 25 O-o-
wand die Hände, griff endlich an seine Sammtmlltze, lüf-tete sie ein wenig nnd stammelte: „Sic sind sehr gütig —in der That sehr gütig — ich besorge mir" —
„Machen Sie keine Umstände!" sagte Gregorins. „DerHerr Doctor thut's mit Vergnügen, und er wird Sie drei-mal besser unterhalten, als ich: denn da er der englischenSprache mächtig ist, so sind schon die vorzüglichsten Loud-ncr Blätter aus Hamburg verschrieben, und nun werdenSie erst schmecken, was Zeitungen sind. Da gibt's Frei-müthigkeit, Herr Hofrath!"
Dieser Lockung konnte der Alte nicht widerstehen. Erzog die Mütze tief ab und versicherte dem Doctor, daß ersich auf seine Besuche freue.
Als er mit Minchen wieder allein war, lachte er bos-haft vor sich hin und sagte: „So wird aus dem alten,verrosteten Magister doch noch ein Pfarrer! Es gleichteinem Wunder. — Und der junge Doctor ist mir auch einRäthsel. Der Mensch kommt mir bekannt vor; ich mußihn schon irgendwo gesehen haben."
Minchen unterbrach ihn mit einem erzwungenen Husten,um ihr plötzliches Erröthcn zu bemänteln. Sic sehnte sich,mit ihrer Vertrauten zu sprechen, und nach einigen Stun-den gelang ihr ein Husch aus dem Hause. Sie erfuhr inder Hauptsache nichts Neues. Herr von Wartenberg be-fand sich zum Carneval in der Stadt, ging täglich mitdem Doctor um, und sic tranken eben eine Flasche Weinzusammen, als dem Kirchenpatron von Rähnitz der Todseines Pfarrers gemeldet wurde. Wallbcrg schlug sogleichden Magister Gregorins zum Nachfolger vor, um dessen