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stand vor seinem Bette eine jungfräuliche Gestalt in einemweißen Gewände, die durch drei oder vier verschlosseneund verriegelte Thüren spaziert war und sich von ihmeinem goldenen Ring ansbat, den er ihr vorlängst ver-sprochen haben sollte. Ihn überlief ein eiskalter Schauer,und er kroch, ohne die Mahnung zu beantworten, unterdas Deckbett. Die Jungfrau wiederholte ihre Forderungzu verschiedenen Malen. Er lag stumm und ohne Bewe-gung in einem Schweißbadc. Sic ward dringender, schrittvon Worten zu Thätlichkeiten, und wollte ihm das Bettüber dem Leibe wegziehe»; aber die Angst verdoppelte seineKräfte, und er behauptete sich glücklich im Besitz seinesSchildes. Darüber ergrimmt, knipp und puffte sie ihn miteiner eisigen Hand, die einen Schlupsweg unter das Bettgefunden hatte. Der Märtyrer litt standhaft und mucktenicht. Sie verließ ihn endlich mit der Drohung, bald wie-der zu kommen.
Herr von O" hätte vielleicht (wie sich aus verschiede-nen Winken und leisen Fingerzeigen seines Lebcnsgeschicht-schreibcrs muthmaßen läßt) einen freundlichen Mädchenbc-such in seinem einsamen Schlafzimmer nicht verschmäht;doch gegen die angemeldete Nachtvisite traf er die möglich-sten Vorkehrungen. Er ließ seinen rüstigen Jäger bei sichim Zimmer schlafen, die Thüren mit doppelten Riegeln undSchlossern verwahren, und einige brennende Lichter nebenseinem Bette anfstcllen; allein dieß alles fruchtete nichts.Um Mitternacht stand die Jungfrau wieder vor seinemLager, mahnte ihn um den Ring, und mißhandelte ihnauf die vorige Weise. Der Jäger sah und hörte nichtsdavon.
So setzte sie in einer Reihe von Nächten ihre Erschei-nungen fort, und ward endlich so keck, sich auch bei Hel-