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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Rossignol. Hast du dcnn eine so gar zärtliche Tur-teltaube ?

Norbert. Mciuc Fra» ist eine gute, redliche Seele,die keine Kräukmig verdient.

Nossigno l. Wer will denn, daß du sic kränke» sollst?Mußt dn ihr denn eben beichten, wo du gewesen bist?Das wurde ihr freilich ein wenig ins Naschen fahren.Aber wenn du ihr sagst, du hättest dich in der Gesellschaftdes Seeretairs anfgchalten, so kann sic dir doch wahrhaf-tig nicht ihren Pantoffel deswegen zu kosten geben.

Norbert. Dn irrst dich sehr, wenn dn glaubst, daßich unter der Herrschaft meines Weibes stehe. Ans dieseGefahr wollte ich ganze Wochen herumschweifcu. Dochich thnc cs nun einmal nicht. Also lebe wohl bis aufWiedersehen! Ich kann jetzt nicht länger mit dir plaudern.Mich hungert und durstet.

Rossignol. Ei, so geh mit mir! Zn Hause findestdu vielleicht weder Feuer noch Ranch und mußt dich miteinem trockenen Bntterschnittchen abspciscn lassen; ich abertraktirc dich mit Kapaun und Fasan, und ein Händchenwie Alabaster schenkt dir ans vollen Flaschen den bestenBurgunder ein.

Norbert. Schweig, dn verführerische Schlange!

Rossignol. Ha! wässert bald dem alten Schleckerder Mund, vom verbotenen Baume zu kosten?

Norbert. Beinahe, du Döscwicht, du!

Rossignol. Nun frisch! vorwärts!

Norbert. Wenn nur die Mädchen nicht dabei wären!

Rossignol. Dann müßte mich der Henker Plagen,daß ich nach einem Mund voll Braten so weit ginge.Die Mädchen sind gerade das Salz des Schmauses. Ichesse heute, um zu küssen.